Der erste Kontakt mit einem Lieferroboter auf dem Bürgersteig löste bei einigen Chicagoern zunächst Bewunderung aus. John Roberts fand die Technologie futuristisch, doch bald änderte sich seine Haltung. Als ein weiterer Roboter näherkam, mussten sie ihn ausweichen. Roberts empfand die Situation als unpassend, da sie auf dem Fußweg waren und ausweichen mussten. Er fragte sich, wie es für Familien wäre, wenn Dutzende von Robotern mit Lichtern und Kameras umherzogen.
Autonome städtische Lieferfahrzeuge, wie die Roboter genannt wurden, begannen in zahlreichen Städten in den Vereinigten Staaten sowie in Großbritannien, Japan, Südkorea und Deutschland auf den Gehsteigen aufzutauchen. Sie nutzten Kameras, Sensoren und GPS zur Navigation. Die Betreiber behaupteten, die Maschinen identifizierten und vermeideten Hindernisse zuverlässig und konnten Kreuzungen sicher überqueren. Sie argumentierten, dass diese Fahrzeuge den Verkehr und die Emissionen reduzieren würden.
Allerdings zeigten lokale Behörden in den Vereinigten Staaten und Kanada sowie Teile der Öffentlichkeit wenig Begeisterung. Es wurden Verbote erlassen und Proteste initiiert. San Francisco beschränkte den Zugang der Fahrzeuge auf weniger frequentierte Stadtteile, und Toronto verbot die Nutzung der Gehwege seit 2021. Auch in Chicago wurden die Maschinen in zwei kleinen Gebieten verboten.
Roberts forderte die Aussetzung aller Roboter in Chicago, bis Sicherheitsprüfungen abgeschlossen und klare Nutzungsregeln festgelegt wurden. Er startete eine Petition, die bereits rund 4.400 Unterschriften sammelte. Die Bürger berichteten häufig, dass sie in die Straße treten mussten, um den Maschinen auszuweichen. Es gab Berichte über Kollisionen und Verletzungen, darunter ein Vorfall, bei dem jemand von einem Sicherheitssignal des Roboters getroffen wurde. Zudem berichteten einige über Störungen des Verkehrs und die Blockade von Rettungsfahrzeugen durch unvorhersehbares Verhalten an Zebrastreifen.
Ähnliche Bedenken entstanden in Glendale, Kalifornien. Die Stadtverwaltung erwog eine vorübergehende Sperre der Fahrzeuge. Die Gemeinderäte bemängelten, dass die Roboter ohne Vorwarnung auftraten und zunächst nicht einmal wussten, welche Firma sie lieferte. Die Diskussion drehte sich um die erhöhte Sichtbarkeit der Roboter und die Frage der Zugänglichkeit sowie der Bewegung der Fußgänger auf den öffentlichen Gehwegen. Die Unsicherheit bezüglich der zuständigen Regulierungsbehörde und die Auswirkungen auf Arbeitskräfte und öffentliche Räume bildeten weitere Anlass zur Sorge.
Die Stadt Glendale betonte, dass die Gehwege nicht besonders breit seien und dass es einen Konflikt zwischen Lieferrobotern und älteren Menschen sowie durch defekte Geräte verursachte. Die Stadt suchte eine langfristige, regulierte Vorgehensweise. Es bedurfte eines Regelwerks, das Betriebsregeln, Versicherungsvorschriften, Zugänglichkeitsstandards, möglicherweise Gebühren und Verantwortlichkeiten für die Betreiber festlegte.
In Großbritannien wurden Pilotprojekte für Lieferroboter in mehreren Städten durchgeführt. Lokale Bürger nahmen die Initiative in die Hand, und es gab Berichte über Vandalismus von Uber Eats Fahrzeugen in Sheffield. Der Hersteller der Maschinen, Starship Technologies, versicherte jedoch, dass die Roboter sicher seien und die Wahrnehmung geändert werden müsse. Der europäische Direktor Danny Pass erklärte, dass die Roboter freundlich seien und programmiert seien, vorsichtig zu handeln, und sie sich seit 2018 in vielen Gemeinschaften etabliert hätten.
Nicht alle Bedenken betrafen die Sicherheit der Fußgänger. Die Independent Workers Union of Great Britain (IWGB) äußerte sich besorgt über die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze. Sie beobachtete die Situation genau und äußerte ihre Bedenken bereits gegenüber der Regierung. Der Präsident Alex Marshall äußerte, dass bei einer flächendeckenden Verbreitung der Technologie überlegt werden müsse, wo Druck ausgeübt werden müsse – ob bei der Regierung, dem Transportwesen oder den lokalen Behörden – um Verbote zu erreichen. Er betonte, dass die menschlichen Auswirkungen massiv wären und ganze Gemeinschaften in London, in denen viele Menschen prekäre Arbeitsverhältnisse hatten, leiden würden.
Obwohl die Nutzung autonomer Lieferroboter noch begrenzt war, glaubten Analysten an einen bevorstehenden Boom. Ein Bericht der Forschungsgruppe Transforma Insight kam zu dem Schluss, dass bis 2034 weltweit 2,1 Millionen Roboter in Betrieb sein würden. In Chicago kämpfte Roberts weiterhin für das bestmögliche Ergebnis für die Fußgänger. Er beendete mit der Feststellung: Obwohl Veränderungen wie diese unvermeidlich seien, konnte man zumindest wählen, in welche Zukunft man eintrat.