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Wirtschaft

Lloyds Bank investierte in Künstliche Intelligenz: 300 Experten für autonome Systeme rekrutiert

Strategie zur Entwicklung von Agenten-KI und die Herausforderungen der Arbeitsplatzgestaltung

Die Lloyds Banking Group startete eine Rekrutierung für dreihundert technische Experten, um an der Entwicklung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zu arbeiten. Diese Initiative erfolgte kurz vor der Veröffentlichung des strategischen Plans des Vorstandsvorsitzenden Charlie Nunn für die Bank. Die Bank erklärte, die neuen Mitarbeiter würden sich mit der Nutzung und Entwicklung von Agenten-KI befassen, welche autonome Modelle bezeichneten, die Aufgaben planen und ausführen konnten, ohne ständige menschliche Kontrolle.

Die Einstellung von Personal erhöhte vorübergehend die Personalstärke der Gruppe. Dennoch schloss die Gruppe keine zukünftigen Stellenstreichungen durch die breite Anwendung von KI aus. Diese Entwicklung fand im Kontext einer allgemeinen Tendenz statt, bei der viele der weltweit größten Banken KI nutzten, um Prozesse zu vereinfachen und Kosten zu senken. Andere Banken, wie Santander UK, zielten darauf ab, durch Automatisierung bis 2028 über 400 Millionen Pfund einzusparen und zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Trystan Davies, Leiter der Abteilung für Daten und KI-Wissenschaften bei Lloyds, betonte, dass die KI die Struktur von Organisationen verändern würde. Er erklärte, dass sie in die Schulung der Kollegen investierten, um diese Transformation zu begleiten. Nunn hatte bereits im Januar anerkannt, dass die Bank aufgrund der KI „bestimmte Stellen in einigen Bereichen reduzieren“ müsse. Standard Chartered kündigte im vergangenen Monat sieben Tausend Stellenstreichungen an, teilweise bedingt durch KI, woraufhin sein Vorstandsvorsitzender Bill Winters die Maßnahme als „Ersatz für geringwertiges menschliches Kapital“ bezeichnete.

Die neuen Experten arbeiteten an verschiedenen Projekten, darunter die Identifizierung und Verhinderung von Betrugs- und Scam-Fällen sowie an der internen Nutzung von KI-Modellen, beispielsweise zur Durchsicht und Suche von Dokumenten in der Personalabteilung. Ein zentraler Fokus lag jedoch auf der Verbesserung des Online-Bankings. Die Systeme sollten es Kunden ermöglichen, ihre Ausgabenmuster zu hinterfragen und in einfacher Sprache Fragen zu ihren Finanzen zu stellen, um eine bessere Kundenerfahrung zu schaffen.

Die Rekruten, die Teil eines Teams von tausend Personen wurden, welches auch aus neu geschulten Mitarbeitern bestand, setzten bestehende große Sprachmodelle wie Claude und Gemini in die spezifischen Anforderungen der Bank ein. Das KI-Programm von Lloyds erzielte bereits finanzielle Erfolge. Die generative KI lieferte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 50 Millionen Pfund auf die Bilanz. Die Gruppe erwartete dank des wachsenden Einsatzes von Agenten-KI dieses Jahr einen Nutzen von 100 Millionen Pfund.

Dennoch zeigte die Forschung, dass einige britische Banken auf KI schneller angewiesen waren, als sie sich auf Ausfälle der Technologie vorbereiteten. Eine Umfrage von KPMG zeigte, dass zwar 93 Prozent der Bankvorstände glaubten, sie könnten bei einem erheblichen Ausfall weiterarbeiten, nur 47 Prozent jedoch einen einzigen Test zur KI-Störung durchgeführt hatten. Dies wirkte auf die Fähigkeit der Branche, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber regulatorischen Anforderungen und Stakeholdern nachzuweisen, erheblich.

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