FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Kultur

Lord Woodbine in neuer BBC-Serie: Die verborgene Rolle der Beatles-Mentor

Neue Dokumentation beleuchtet die Zeit in Hamburg und den Einfluss des Calypso-Musikers

Im Jahre 1960 kamen die Beatles in die deutsche Hafenstadt Hamburg. In dieser Zeit begannen sie eine zweijährige Phase, die ein zentraler Bestandteil ihrer Legende wurde, als sie ihre Fähigkeiten während der Unterhaltung unruhiger Seeleute schärften. Diese Hamburger Zeit, in der die Gruppe über 250 Auftritte zwischen 1960 und 1962 vollzog, bildet den Fokus einer neuen BBC-Dramaserie mit dem Titel „Hamburg Days“. Die Serie erzählte die Geschichte, wie die Band durch das Auftreten nahe der berüchtigten Reeperbahn geformt wurde.

Der Drehbuchautor der sechsteiligen Serie berichtete, dass die Erzählung einen oft übersehenen Aspekt enthielt: die Rolle von Lord Woodbine, dem frühen Co-Manager und Mentor der Gruppe, der von Jorden Myrie gespielt wurde. Der Autor erklärte, dass Woodbine als Freund und Partner von Allan Williams dargestellt wurde und dass er Musik spielte und über Musik wusste. Woodbine, mit dem echten Namen Harold Adolphus Phillips, war ein trinidadischer Calypso-Musiker, dessen Verbindung zu Liverpool 1943 begann, als er während des Zweiten Weltkriegs als Flugingenieur der Royal Air Force diente. Er spielte neben Lord Kitchener in berühmten Aufnahmen, in denen der Calypsonian den Song „London Is The Place For Me“ sang.

Der Autor hob hervor, dass McCartney und Lennon ihn in musikalischer Hinsicht respektierten. Da kaum jemand in ihrem Leben eigene Lieder schrieb, lehrte Woodbine diese durch die Calypso-Tradition. Phillips arbeitete als Bauunternehmer und Dekorateur in Merseyside und betrieb in den Clubs von Liverpool 8, einem Postleitzahlengebiet, das Heimat einer der ältesten schwarzen Gemeinschaften des Landes war. Einige Geschichtsschreibungen behaupteten, Phillips habe die Reise nach Hamburg initiiert und die Beatles in einem abgenutzten Volkswagen nach Deutschland gefahren. Man wusste jedoch nicht, ob Woodbine überhaupt einen Vertrag mit den Beatles besaß, doch er nahm sie auf, als niemand sonst sorgte. Er führte sie nach Hamburg, einem Ort, den sonst niemand in Betracht zog.

Nachdem die Gruppe von Brian Epstein verwaltet wurde, blieb sein Einfluss und sein Vermächtnis größtenteils aus der offiziellen Beatles-Geschichte. Phillips starb 2000 im Alter von 72 Jahren bei einem Hausbrand. Sein kultureller Einfluss wurde erst nach seinem Tod anerkannt, als seine Familie eine Plakette der Windrush Foundation vor dem Jacaranda in Liverpool enthüllte. Die BBC-Sendung, die in Liverpool und Deutschland gedreht wurde, ließ sich von den Erinnerungen von Klaus Voormann inspirieren, der die Band in Hamburg traf und später das Cover ihres siebten Studioalbums „Revolver“ entwarf.

BeatlesHamburgLordWoodbineBiografieMusikgeschichte

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp