Der französische Präsident Emmanuel Macron beherbergte am Montag die Koalition der Willigen in Paris. Ziel der Zusammenkunft war es, weitere Gespräche über die Unterstützung der Ukraine zu führen und Druck auf Moskau auszuüben, um eine Verhandlungsposition für Wladimir Putin zu erzwingen. Die Treffen fanden im Hôtel des Invalides statt und versammelten über zwanzig europäische Staats- und Regierungschefs, die erörterten, wie Hilfe für Kiew organisiert und die Belastung für Moskau erhöht werden konnte.
Vor den Hauptgesprächen traf Macron zuvor mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Am späten Nachmittag folgte eine Pressekonferenz, an der Macron, Selenskyj, Deutschlands Friedrich Merz und Großbritanniens amtierender Premierminister Keir Starmer teilnahmen. Die Teilnehmer konzentrierten sich auf die strategische Lage und die notwendigen Schritte zur Sicherung der ukrainischen Verteidigung.
Im Vorfeld der Treffen drohte Frankreich mit diplomatischen Maßnahmen. Der Außenminister Jean-Noël Barrot verkündete, dass Frankreich den russischen Botschafter in Paris rufen würde, angesichts eines mutmaßlichen Cyberangriffes auf europäische Länder. Barrot erklärte, Frankreich würde eine umfassende Cyberkampagne, die gegen mindestens zehn europäische Staaten gerichtet war, öffentlich verurteilen. Zudem kündigte er an, Sanktionen gegen neun Einzelpersonen und vier Organisationen zu verhängen, die diese Cyberkampagne orchestriert hatten, wobei die Sicherheitsdienste der russischen Föderation (FSB) beteiligt waren.
Parallel dazu trafen sich die Außenminister der Europäischen Union in Brüssel, um das nächste Paket von 21 Sanktionen gegen Russland zu diskutieren. Die EU-Außenpolitikchefin Kaja Kallas berichtete, dass noch offene Fragen bestanden, und das Paket wurde von den Ministern noch nicht beschlossen. Dennoch hoffte man auf eine Einigung am selben Tag. Der litauische Außenminister Kęstutis Budrys äußerte seine Besorgnis über die vorgeschlagene Verbot von maritimen Dienstleistungen und die Verschärfung der Beschränkungen für russisches Flüssigerdgas. Er betonte, dass die Sicherheitspolitik stets Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben müsse, da dies eine gefährliche Entwicklung darstellte.
Die europäischen Führungskräfte erkannten die Dringlichkeit der Lage an und versuchten, eine gemeinsame Linie zu finden. Die Verhandlungen setzten auf eine koordinierte Reaktion, um die ukrainische Verteidigung zu stärken und die russische Aggression zu kontern. Die Ergebnisse dieser Zusammenkünfte würden die zukünftige europäische Strategie in Bezug auf den Konflikt prägen.