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Männer aufgefordert: Verantwortung für Gewalt gegen Frauen

Initiativen zur positiven Männlichkeit reagieren auf steigende Todesfälle in Südafrika

Südafrika sah sich mit einer wachsenden Krise der Gewalt gegen Frauen konfrontiert. Die Entdeckung von zwölf weiblichen Leichen in der Stadt Ekurhuleni nahe Johannesburg entfachte neue Fragen über das Ausmaß dieser Gewalt. Die Zahlen zeigten eine beunruhigende Tendenz: Im Zeitraum von April bis Juni dieses Jahres wurden 5.427 Menschen ermordet, wovon 569 Frauen getötet wurden, was einem Durchschnitt von sechs Todesfällen pro Tag entsprach.

Diese Entwicklung verstärkte die Notwendigkeit, die Rolle der Männer in der Bekämpfung von Gewalt neu zu definieren. In Johannesburg, in einem informellen Siedlungsgebiet wie Organic Market, versammelten sich Männer, um über die Problematik der geschlechtsspezifischen Gewalt und des Femizids zu sprechen. Lokale Organisatoren, wie Bra Steve von Father A Nation, betonten, dass jeder Mann eine aktive Rolle einnehmen müsse, um diese Verbrechen zu stoppen.

Männer sprachen offen über ihre eigenen Verfehlungen und die Notwendigkeit der Veränderung. Ein Teilnehmer berichtete von persönlichen Konflikten und der Erkenntnis, dass sie zur Problematik beigetragen hätten. Es entstand die Forderung, die Würde der Männer wiederherzustellen und ihnen die Verantwortung für ihr Handeln zuzuweisen. Craig Wilkinson, Gründer der Organisation, erklärte, dass die erste Phase darin bestehe, Männern zu helfen, ihre Gefühle zu verarbeiten, bevor die zweite Phase die Vermittlung positiver Männlichkeit begann.

Die Regierung unter Präsident Cyril Ramaphosa erkannte an, dass die bisherigen Maßnahmen unzureichend waren. Obwohl Verbesserungen wie bessere Straßenbeleuchtung und die Überprüfung ungelöster Fälle angekündigt wurden, empfanden die Organisatoren diese Schritte als zu wenig und zu spät. Sie betonten, dass es notwendig sei, Männer frühzeitig zu erreichen, bevor solche Tragödien geschehen. Die Hoffnung lag darin, dass Männer als starke Kraft für das Gute agierten und die notwendigen Vorbilder für eine bessere Gesellschaft wurden.

Für Frauen blieb die Angst bestehen. In den Nachbarschaften herrschte Unsicherheit, und viele Frauen empfanden sich außerhalb ihrer Wohnorte ungeschützt. Die Gespräche in den Treffpunkten zielten darauf ab, Vertrauen zwischen den Männern zu schaffen und eine Kultur der Verantwortung zu etablieren, um die Bedrohung durch geschlechtsspezifische Gewalt nachhaltig zu mindern.

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