Anschuldigungen gegen die Teilnehmer der Sendung Married at First Sight Australia wurden als „ernsthaft und beunruhigend“ bezeichnet. Die Medienaufsichtsbehörde des Landes äußerte sich kritisch über die Behauptungen, dass die Stars über frühere Verurteilungen in Bezug auf Drogen- und Gewaltverbrechen ihrer Partner nicht informiert worden seien. Diese Behauptungen, die in einer Untersuchung der BBC veröffentlicht wurden, lösten auch eine Reaktion des britischen Medienregulators Ofcom aus, welcher sie als „zutiefst besorgniserregend“ bezeichnete.
Mehrere männliche Teilnehmer durften die Sendung MAFS Australia absolvieren, obwohl sie entweder verurteilt oder mit Vorwürfen von Gewalt, Übergriffen oder Drogenkonsum konfrontiert waren. Die australischen Sender Channel 9 und die Produktionsfirma Endemol Shine Australia erklärten, dass sie „starke Protokolle zur Gewährleistung der Sicherheit und des Wohlergehens der Teilnehmer“ implementiert hätten.
Die Situation erinnerte an frühere Krisen. Die britische Version der Sendung MAFS erlebte eine Krise, als die BBC Panorama Vergewaltigungsvorwürfe von zwei weiblichen Teilnehmerinnen berichtete, welche die Männer infrage stellten. Channel 4 beauftragte daraufhin eine externe Überprüfung des Wohlbefindens der Beitragenden bei MAFS UK, deren Ergebnisse später im Sommer erwartet wurden.
Neun der MAFS Australia Stars forderten die Sendung auf, ihre Hintergrundprüfungen zu verbessern und die Zulassung von Personen mit früheren Verurteilungen aufzuhalten. Die australische Kommunikations- und Medienbehörde (ACMA) räumte den BBC ein, dass sie die ernsten und beunruhigenden Angelegenheiten anerkannt. Die Behörde betonte jedoch, dass ihre Zuständigkeit auf die Überprüfung der Einhaltung relevanter Branchenkodizes beschränkt blieb und keine Regelungen zur Behandlung der Programmteilnehmer in diesen Kodizes existierten.
Der Vertreter der ACMA erklärte, dass bei Bedenken, die außerhalb ihres regulatorischen Zuständigkeitsbereichs lagen, die Bürger die Angelegenheiten an den Sender und gegebenenfalls an die zuständige Behörde weiterleiten sollten. Ofcom stimmte dieser Auffassung zu und erwartete, dass Channel 4 die Vorwürfe bei ihren laufenden Überprüfungen der Teilnehmerfürsorge berücksichtigte. Die Sender versicherten, dass ein strukturierter, mehrstufiger Prüfprozess existierte, der von jedem Teilnehmer durchlaufen werden musste, einschließlich polizeilicher und strafrechtlicher Überprüfungen sowie medizinischer und psychologischer Gutachten.