Die Frau, die für die vermissten Männer Pakistans kämpfte, sah sich nun mit lebenslanger Haft konfrontiert. Dr. Mahrang Baloch wurde am Montag von einem Anti-Terror-Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem sie und ihr Mitaktivist Sibghatullah Shah wegen Terrorismus, sedition und Mordes im Zusammenhang mit dem Tod eines paramilitärischen Soldaten bei einer Demonstration in Gwadar im Jahr 2024 verurteilt wurden. Das Paar lehnte die Anschuldigungen ab und erwartete eine Berufung.
Mahrang Baloch, die als Aktivistin und Ärztin bekannt wurde, hatte bereits Jahre zuvor Familien in der südwestlichen Provinz Baluchistan durchsucht, um nach ihrem Vater zu suchen, der angeblich von Sicherheitskräften festgenommen und später getötet worden war. Diese persönliche Tragödie prägte ihre spätere Arbeit. In den folgenden Jahren engagierte sich die Ärztin in Kampagnen, die Antworten zu erzwungenen Verschwindenlassen in der Provinz forderten.
Die Verurteilung markierte die schwerste Herausforderung für ihre Aktivität. Ihre Familie erklärte, dass dies ein Versuch sei, die Dissidenz in Baluchistan zum Schweigen zu bringen. Die Behörden betonten, dass der Fall auf kriminelle Handlungen und nicht auf politische Tätigkeit abzielte.
Die Schwester von Mahrang, Nadia Baloch, stellte die Integrität des Verfahrens in Frage. Sie berichtete, dass die Verteidiger ihrer Schwester während einer Demonstration für ein offenes Gerichtsverfahren ersetzt wurden und Mahrang keinen Zugang zu Zeugenaussagen oder deren Details erhielt. Nadia betonte, dass Mahrang keine Chance auf ein faires Verfahren bekam.
Baluchistan, die größte Provinz Pakistans, litt unter erheblichen Einschränkungen. Der Zugang zu vielen Teilen der Provinz wurde aus Sicherheitsgründen beschränkt, und die Infrastruktur blieb mangelhaft. Militante Gruppen wie die Balochistan Liberation Army (BLA), die von Pakistan und den Vereinigten Staaten als terroristische Organisation deklariert wurden, intensivierten ihre Angriffe.
Die Verschwindenlassen in der Provinz wurden weitgehend als Teil von Islamsdabs Strategie zur Unterdrückung der Aufstände angesehen. Obwohl die Regierung behauptete, dass viele vermisste Personen separatistischen Gruppen angehörten, bestritt die Regierung die Behauptungen über systematische Verschwindenlassen. Aktivisten nannten die Zahl der Verschwindenlassen jedoch deutlich höher.
Mahrang Baloch forderte stets institutionelle Reformen. Sie erklärte, dass sie das Recht auf Leben auf ihrem eigenen Land ohne Verfolgung wünschte und dass die Herrschaft der Angst und Gewalt enden müsse. Ihre Geschichte erinnerte die Welt an die Notwendigkeit, die Rechte der Menschen in Konfliktgebieten zu verteidigen.