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Kultur

Mosaik-Restaurierung in Mailand: Kritik an fehlenden Genitalien des Stiers

Touristenrituale und politische Vorwürfe bei der Erneuerung des Rampant-Stier-Mosaiks

Die Restaurierung des Bodenmosaiks „Rampant Stier“ in der Galleria Vittorio Emanuele II Mailand erregte heftige Kritik. Die Arbeiten wurden verspottet, da sie scheinbar ein entscheidendes anatomisches Detail – die Genitalien des Stiers – auslöschten. Das neunzehnte Jahrhundert Mosaik benötigte eine Sanierung, weil sich ein kleiner Krater in den rosafarbenen Fliesen bildete, verursacht durch die ständige Bewegung der Touristen, die eine spezifische Fußbewegung ausführten.

Legende besagte, dass das Aufsetzen des rechten Fußes auf die Genitalien des Stiers und das Drehen um drei Mal Wohlstand brachte oder zumindest einen garantierten Besuch in Mailand. Berichten zufolge nahmen Persönlichkeiten wie George und Amal Clooney an diesem Ritual teil, bevor das Mosaik repariert wurde. Als der restaurierte Stier am Montag der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, suchten Besucher jedoch erfolglos nach den erwähnten Details.

Als Marco Granelli, ein Stadtrat, ein Foto des renovierten Mosaiks auf Facebook teilte und die Arbeiten lobte, traf dieser Beitrag auf eine Welle der Verhöhnung und Kritik. Kommentatoren stellten fest, dass „etwas fehlte“, und andere fragten direkt: „Was geschah mit den Genitalien?“. Einige äußerten die Vermutung, dass der Stier nun einem männlichen Ochsen ähnelte, da Ochsen zur Hemmung des Testosterons kastriert wurden. Andere hinterfragten, ob der Stier kastriert worden sei, um Touristen von dem Ritual abzuhalten.

Die Stadtverwaltung Mailand wurde mit Vorwürfen der Zensur und der Verschwendung öffentlicher Gelder konfrontiert. Die Restaurierung kostete schätzungsweise dreißigtausend Euro. Granelli betonte, dass die Galleria Vittorio Emanuele II ein „lebendiges Kulturerbe“ sei, das durch seine ständige Nutzung und die beliebte Frequenz leicht abgenutzt wurde.

Andere kulturelle Stätten in Italien erlitten ähnliche Abnutzung durch touristische Rituale. Eine Bronzestatue der Heldin Julietta aus Verona wurde zweimal restauriert, nachdem sie durch touristische Berührungen, die als Glücksbringer galten, verformt worden war. Diese Beispiele zeigten, wie das Kulturerbe durch die Interaktion der Besucher unter ständigem Gebrauch erodierte.

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