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Welt

Mali: Militärische Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Rebellenallianzen

Russische Unterstützung und anhaltende Terrorakte verschärften die Krise im Sahel

Die Streitkräfte Malis führten Luftangriffe durch, um eine Rebellenallianz aus islamistischen Extremisten und Tuareg-Separatisten zu bekämpfen. Die Regierungstruppen kämpften gegen die Junta, welche ihren Machtanspruch in diesem instabilen westafrikanischen Land verteidigen wollte. Früher in der Woche zielten Kampfjets auf die wichtige nördliche Stadt Kidal, welche durch eine Überraschungsoffensive der Rebellen Ende April verloren ging.

In anderen Regionen lieferten russisch geführte und unterstützte Militärhelikopter oder Luftbrücken Versorgungslieferungen an abgelegene Außenposten, wo die malische Armee noch ineffektive Bemühungen zur Wiederherstellung der staatlichen Autorität unternahm. Die Rebellen führten ihre militärischen Operationen gegen strategische Städte, staatliche Truppen und deren russische Hilfstruppen durch, wobei sie Überfälle, Streuverfolgungen, Drohnenangriffe und Selbstmordbomben einsetzten und erhebliche Verluste verursachten. Der Verteidigungsminister Malis, Sadio Camara, starb bei einem Selbstmordanschlag auf seiner Residenz in Kati, neun Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bamako, und der Leiter der militärischen Geheimdienstspitze wurde ebenfalls getötet.

Weitere Angriffe richteten sich gegen den internationalen Flughafen Malis, während die Rebellen die Kontrolle über Kidal erlangten, nachdem Soldaten flohen und eine Gruppe russischer Söldner sich kapitulierte. Dieser Sieg der Rebellen kehrte einen wichtigen symbolischen Erfolg zurück, den die Junta drei Jahre zuvor errungen hatte.

Nina Wilén, Direktorin für Afrika am Egmont-Institut, bemerkte, dass die Regierungsmilitärjunta nach dem Schlag der Rebellenangriffe gewisse Widerstandsfähigkeit zeigte. Sie erklärte, dass die Kämpfe weitergingen und keine Putschversuche oder Gegenputsche stattfanden, was jedoch keine Garantie für den Erfolg bedeutete. Dennoch blieben die staatlichen Kräfte bisher nicht in der Lage, einen Großteil des Territoriums zurückzuerobern, trotz der Unterstützung von zwischen zweitausend und zweitausendfünfhundert russischen Söldnern, die dem Land durch das Kreml im Jahr 2021 entsandt worden waren.

Die Rebellenkoalition, welche die al-Qaida-verbundene Gruppe Jama’at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) mit der Tuareg-dominierten Rebellenbewegung Azawad Liberation Front (FLA) vereinte, setzte ihre militärischen Operationen fort. Die JNIM verhängte zudem eine Blockade der Versorgung, welche der Junta erhebliche Probleme bereitete und die Hauptstadt Bamako „erstickte“. Die Stadt unterlag einem strengen Ausgangssperre und es wurden eine Welle von Verhaftungen gemeldet.

Der UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Weltöffentlichkeit, dass die sich verschlechternde Sicherheitslage in Mali und im gesamten Sahelgebiet eine humanitäre Notlage verursachte, die durch wachsende Gewalt gegen Zivilisten, weite Vertreibung und zunehmende Nahrungsmittelunsicherheit gekennzeichnet war. Guterres forderte Dialog und Zusammenarbeit zwischen den Staaten, um mit dem „gewalttätigen Extremismus und Terrorismus“ umzugehen.

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