Der Bürgermeister von New York City, Zohran Mamdani, änderte seine frühere Drohung, Benjamin Netanyahu zu verhaften, da er die notwendige Autorität zur Verfügung stellte. In einem Video, das auf sozialen Medien veröffentlicht wurde, erklärte Mamdani, er besitze keine unabhängige rechtliche Befugnis, einen solchen Haftbefehl durchzusetzen. Stattdessen appellierte er an US-Beamte, die Verhaftung des israelischen Premierministers im Rahmen des Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) zu veranlassen.
Technisch gesehen konnte Netanyahu in einem Mitgliedstaat des IStGH verhaftet und an das Gericht übergeben werden. Da die Vereinigten Staaten jedoch kein Mitglied des Gerichts waren, blieb die Umsetzung des Befehls kompliziert. Präsident Donald Trump äußerte sich dazu, dass Netanyahu in den Vereinigten Staaten weder verhaftet noch auf irgendeine Weise festgehalten würde. Trump betonte, dass Netanyahu gegen die islamische Republik Iran kämpfte und dass dieser Staat Tausende von Protestierenden getötet hatte und über Jahrzehnte amerikanische Soldaten getötet habe.
Mamdani hatte zuvor in einem Interview mit der New York Times über die Möglichkeit der Durchsetzung des IStGH-Haftbefehls mit Strafverfolgungsbehörden gesprochen. Er erklärte daraufhin, dass sein Team alle rechtlichen Möglichkeiten geprüft hatte und festgestellt hatte, dass die unabhängige rechtliche Autorität zur Durchsetzung des Befehls fehlte. Mamdani forderte die Bundesregierung auf, dem IStGH beizutreten und den Haftbefehl auszuführen.
Der Bürgermeister betonte zudem, dass Netanyahu in New York City nicht willkommen sei, wo er im September zur UN-Generalversammlung reisen sollte. Mamdani bezeichnete den Premierminister als Kriegsverbrecher und nannte den Krieg in Gaza einen Völkermord. Diese Äußerungen erfolgten inmitten einer Verschiebung der Unterstützung für Israel unter den demokratischen Wählern, wobei Umfragen zeigten, dass die Meinung der Demokraten zur Unterstützung Israels abnahm.
Als Reaktion auf Mamdanis Interview äußerte sich der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, scharf. Er konterte dem Bürgermeister, dass dieser gewählt worden sei, um New Yorker zu dienen, nicht um Propaganda der Hamas zu verbreiten.