Die Anwälte von Luigi Mangione trafen sich am Freitag mit den Bundesstaatsanwälten im Rahmen von Berichten über eine mögliche Strafvereinbarung. Mangione wurde in New York 2024 beschuldigt, den CEO von United Healthcare, Brian Thompson, getötet zu haben. Mangione stand zwei Bundesstraftaten wegen Nachstellung im Fokus, welche eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährung nach sich ziehen konnten. Es blieb jedoch zunächst unklar, welche spezifischen Anklagen in den Verhandlungen diskutiert wurden.
Der US-Staatsanwalt für das Südliche Distrikt von New York erklärte diese Woche, dass ein Konferenztermin für den Freitag angesetzt sei und dies die einzige Information sei, die zur Verfügung stand. Mangione stand zudem einem separaten staatsgerichtlichen Verfahren gegenüber. Er hatte in beiden Fällen gegen alle erhobenen Anklagen nicht gestanden. Die Diskussion über eine Strafvereinbarung garantierte keine Einigung, und solche Vereinbarungen konnten jederzeit scheitern. Jede Einigung erforderte zudem die Genehmigung durch das Gericht.
Die Bundesstaatsanwaltschaft führte die Nachstellungsdelikte gegen Mangione an, da er angeblich durch Reisen und Überwachung zu Thompson reiste. Ein Bundesrichter hatte in Januar zwei weitere Anklagen gestrichen, von denen eine die Todesstrafe als mögliche Sanktion vorsah. Die Anwälte von Mangione und das Büro des Bezirksstaatsanwalts Manhattan reagierten auf die Anfrage der BBC um Stellungnahme nicht.
Die Verteidiger argumentierten bereits zuvor, dass Mangione nicht sowohl vor staats- als auch vor bundesgerichtlichen Verfahren angeklagt werden sollte. Die Richter, die beide Verfahren leiteten, erlaubten die Verhandlungen jedoch, dass die Prozesse fortgesetzt wurden. Sollte Mangione im Bundesverfahren ein Schuldeingeständnis abgegeben, könnte dies die Argumentation seiner Anwälte eröffnen, dass das staatsgerichtliche Verfahren gegen das Verbot der Doppelverfolgung verstößt. Die Verfassung New Yorks enthielt ebenfalls ein Verbot der Doppelverfolgung, welches bei einer Anwendung hier weitreichende Konsequenzen für Mangiones bevorstehendes staatsgerichtliches Verfahren hätte haben können.
Der staatsgerichtliche Prozess gegen Mangione begann am 8. September, während das bundesgerichtliche Verfahren für Januar 2027 angesetzt war. Die rechtlichen Zusammenhänge zwischen den beiden Verfahren stellten somit eine zentrale Herausforderung für die Verteidigung dar.