Russische Behörden berichteten über einen massiven Drohnenangriff durch die Ukraine, welcher zu mindestens sechs Todesopfern führte. Der Angriff verursachte zudem einen Brand in einem Verteilzentrum nahe Moskau und führte zu erheblichen Schäden. Das Verteidigungsministerium Russlands erklärte, es habe 822 Drohnen abgeschossen. Bürgermeister Sergei Sobyanin berichtete, dass 600 Drohnen auf die Region der Hauptstadt gerichtet waren, von denen 201 zerstört wurden.
Dies stellte den größten Luftangriff auf die russische Hauptstadt seit zwei Jahren dar. Die jüngste rasche Erweiterung der Drohnenkapazitäten der Ukraine deutete darauf hin, dass es sich um die größte Angriffswelle seit Beginn des Krieges im Jahr 2022 handelte. Russische Drohnenraketen töteten sieben Menschen in der Ukraine, darunter zwei in der zentralen Stadt Kryvyi Rih. Zudem schoss eine spanische F-18-Jägerin eine Drohne ab, die über die Grenze nach Rumänien vorgedrungen war. Ein NATO-Militärsprecher erklärte, die Drohne sei russischen Ursprungs gewesen.
Ein Lagerhaus der russischen Vertriebsgesellschaft Wildberries erlitt einen Brand in Podolsk, südlich Moskaus. Fotos zeigten, wie das 200.000 Quadratmeter große Lagerhaus verbrannt war und schwarzer Rauch in den Himmel stieg. Andrey Vorobyov, Gouverneur der Moskauer Region, bezeichnete den Angriff als einen der massivsten Drohnenangriffe der jüngeren Vergangenheit.
Die Ukraine hatte ihre langfristigen, tiefen Stoßfähigkeiten in 2026 schnell ausgebaut. Dies ermöglichte es ihr, Ziele wie Lagerhäuser, Raffinerien, Häfen und militärische Anlagen in einer Entfernung von bis zu 2.400 Kilometern von ihrer Grenze anzugreifen. Damit konnte die Ukraine die Reichweite der russischen Angriffe nahezu erreichen, während die Luftverteidigung beider Seiten an ihre Grenzen stieß.
Kyiv lenkte den Fokus in den letzten Monaten auf Einrichtungen, die mit der Wildberries-Gesellschaft in Verbindung standen. Ukrainische Angriffe trafen etwa zwanzig Lagerhäuser und Gebäude, um die russische Wirtschaft und die Bürger finanziell zu beeinträchtigen. Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte die Arbeit der Notfalldienste und beschuldigte die Russen, Zivilisten angegriffen zu haben. Er erklärte, dass die Russen zivile Infrastruktur angriffen, solange sie mit ballistischen Raketen erreichen konnten.
Obwohl die Ukraine bei langsameren Drohnen effektiv war, besaß sie gegen Hochgeschwindigkeitsraketen kaum Verteidigung. Die Bestände der von den Vereinigten Staaten hergestellten Abfangraketen, die einzige Waffe, welche diese Raketen neutralisieren konnte, waren erschöpft.