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Technologie

Medizinische Daten australischer Patienten wurden auf dem Darknet verkauft

Ein Cyberangriff auf Gesundheitsdienstleister enthüllte sensible Patientenakten

Patienteninformationen und medizinische Unterlagen australischer Bürger konnten auf dem dunklen Markt verkauft werden. Ein Experte warnte vor diesem Risiko nach einem Cyberangriff auf einen der größten Gesundheitsanbieter des Landes. Bei der Attacke auf Partnered Health wurden 21 Kliniken in Städten wie Sydney, Melbourne und Canberra betroffen. Ein mutmaßlicher Akteur hatte am 23. Juni auf die Daten des Unternehmens zugegriffen.

Es wurde angenommen, dass medizinische Informationen gestohlen wurden. Dazu gehörten Behandlungsdetails, Konsultationsnotizen, Überweisungsschreiben sowie pathologische oder diagnostische Ergebnisse. Ebenfalls wurden Medicare-Nummern, Details der privaten Krankenversicherung, Namen, Geburtsdaten und Adressen entwendet. Die betroffenen Patienten und Interessengruppen wurden kontaktiert, doch ein Sprecher von Partnered Health erklärte, dass es nicht im Interesse der Patienten sei, die genaue Zahl der Betroffenen öffentlich zu nennen.

Das Unternehmen hatte eine vorläufige Verfügung vom Obersten Gerichtshof von New South Wales erwirkt, welche die Nutzung oder Veröffentlichung der zugänglichen Daten untersagte. Diese Maßnahme verhinderte zwar die Veröffentlichung der Datensätze auf regulären Webseiten, konnte jedoch den Verkauf auf dem dunklen Markt oder auf dem Darknet nicht verhindern. Eine leitende Wissenschaftlerin der University of Melbourne, Dr. Suelette Dreyfus, betonte die hohe Wertigkeit persönlicher medizinischer Informationen. Sie berichtete von Verkaufsangeboten von bis zu 250 US-Dollar pro Datensatz, verglichen mit geringeren Preisen für einfache persönliche Daten wie Namen oder Adressen.

Dreyfus erklärte, dass diese Informationen mit anderen Datensätzen abgeglichen werden konnten. Dies ermöglichte die Erstellung detaillierter Profile von Personen, was die Privatsphäre erheblich gefährdete. Sie warnte davor, dass dies das Leben einer Person, die an einer chronischen Krankheit litt, massiv stören konnte. Das Risiko, das damit verbunden war, sei substanziell.

Es bestand zudem die Möglichkeit, dass jemand den Angreifern eine Bestellung aufgab, um ein spezifisches Unternehmen oder eine Person ins Visier zu nehmen. Im Jahr 2018 wurden beispielsweise die Details von 1,5 Millionen singapurischer Patienten gestohlen, wobei unidentifizierte staatliche Akteure den Premierminister Lee Hsien Loong gezielt anstrebten. Im Gegensatz zu Finanzdatenlecks, bei denen Opfer durch den Wechsel von Passwörtern Schaden mindern konnten, boten diejenigen, die ihre medizinischen Aufzeichnungen verloren, kaum rechtliche Möglichkeiten zur Schadensminderung.

Dreyfus forderte die Australier auf, wachsam gegenüber ungewöhnlichen Aktivitäten auf ihren Konten zu bleiben. Sie riet zur regelmäßigen Aktualisierung der Sicherheitsupdates auf ihren Geräten und zur ständigen Änderung ihrer Passwörter. Zudem forderte sie Regierungen und Institutionen auf, praktische Cybersicherheitsschulungen zu verstärken und die öffentliche Sensibilisierung zu erhöhen, um zukünftige Angriffe abzuwenden.

CyberkriminalitätDatenschutzGesundheitsdatenAustralien

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