Die Weltmeere verzeichneten im Juli die heißeste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen. Wissenschaftler berichteten, dass die Meeresoberfläche in der Atlantik- und Westmediterranregion Rekordwerte erreichte, während verheerende Hitze Westeuropas traf. Die Copernicus-Klimadienst stellte fest, dass die durchschnittliche Meerestemperatur außerhalb der kalten polaren Regionen für den Monat den höchsten Wert verzeichnete und somit den Vorjahresrekord übertraf. Gleichzeitig waren die Lufttemperaturen weltweit nur geringfügig kühler als im Juli 2024, was die beiden Monate als die zweitwärmsten Juli-Monate der Aufzeichnungen erscheinen ließ.
West- und Mitteleuropa erlebten ihre heißeste Periode im Juni-Juli seit jeher. Diese außergewöhnliche Hitze trieb Waldbrände an, welche weite Teile des Mittelmeers vernichteten. Eine Klimawissenschaftlerin bemerkte, dass diese Sommer ein klares Beispiel für den Zusammenbruch des Klimas darstellten, welcher Extreme verstärkte und gegenseitig befeuerten. Sie erklärte, dass anhaltende Hochdrucksysteme die Hitze über Westeuropa einschlossen und die extremen Temperaturen durch weit verbreitete Dürre verstärkten. Als die Böden austrockneten, verloren sie ihre Fähigkeit zur natürlichen Kühlung, wodurch die Hitze leichter akkumulieren konnte.
Die Hitze wurde durch die Verschmutzung durch fossile Brennstoffe zusätzlich verstärkt. Eine Reihe von Hitzewellen traf Europa seit dem Ende des Frühlings, wobei die brutalsten Temperaturen Ende Juni voraussichtlich mehr als zehntausend Todesfälle verursachten. Die Dürre, die im Mai und Juni beobachtet wurde, intensivierte sich im vergangenen Monat, was zu außergewöhnlich geringen Niederschlägen und geringem Bodenwasser in weiten Teilen Westeuropas führte. Die niedrigen Flussläufe beeinträchtigten die Wasserversorgung, die Bewässerung sowie die Stromerzeugung. Als Folge fehlender Kühlwasser wurden zwei Kohlekraftwerke in Polen sowie die einzige Kernkraftanlage Ungarns zum ersten Mal in ihrer 44-jährigen Geschichte stillgelegt.
Hitze und Dürre stellten die größten Umweltbedrohungen für die europäische Wirtschaft dar. Erste Schätzungen für diesen Sommer ergaben, dass die Juni-Hitze den Getreidebauern zwei Milliarden Euro an Ernteverlusten verursachte. Ökonomen warnen davor, dass der langfristige Schaden die kurzfristigen Verluste übersteigen könnte, insbesondere wenn die Dürren über viele Jahre andauerten. Die Mega-Dürre der Jahre 2015 bis 2018 koste Europa 439 Milliarden Euro, wie ein neues Arbeitsdokument des Europäischen Instituts für Wirtschaftswissenschaften des CMCC ergab. Die Forscher argumentierten, dass konventionelle Schätzungen die wirtschaftlichen Verluste durch Dürren unterschätzten, da sie die Jahre nach dem Ereignis nicht erfassten.
Seit Jahresbeginn brachten Daten des Europäischen Systems für Waldbrände auf, dass über eine halbe Million Hektar in der EU verbrannt waren. Die heißen, trockenen und windigen Bedingungen, welche das Bekämpfen der Brände erschwerten, setzten neue Rekorde für die Schwere dieser Jahreszeit. Experten betonten, dass der Klimawandel günstige Bedingungen für die Entwicklung von Mega-Waldbränden schuf. Sie mahnten jedoch zur Klarheit: Was heute extrem erschien, würde in einigen Jahrzehnten deutlich milder sein, sofern die notwendigen Anpassungsmaßnahmen ergriffen wurden.