Die italienische Außenministerin Giorgia Meloni bestritt die Behauptung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, sie habe ihn um ein Foto beim G7-Gipfel gebeten. Der Vorfall, der in einem Telefoninterview von Trump der italienischen Sendung La7 vorgetragen wurde, zeigte die zunehmenden Risse in den früheren engen Beziehungen zwischen den beiden Führern, insbesondere seit Trumps Entscheidung für einen Krieg gegen den Iran. Die Führung Melonis Reaktion auf die Anschuldigung war eine totale Ungläubigkeit, da sie erklärte, sie sei schlichtweg „fassungslos“ gewesen und fragte sich, warum der US-Präsident gegenüber Verbündeten solch ein Verhalten zeigte.
Die öffentliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Staatsmännern deutete darauf hin, dass die früheren engen Bindungen erodiert waren. Trump hatte Meloni in der Vergangenheit kritisiert, und die jüngsten Äußerungen des Präsidenten wirkten auf die italienische Regierung und die Öffentlichkeit als eine weitere Eskalation. Meloni äußerte ihren Schock in einer kurzen Ansprache an ihre Anhänger und betonte, dass weder sie noch Italien jemals um Gunst gebeten hätten. Sie kritisierte die mangelnde Entschlossenheit der Vereinigten Staaten gegenüber den Feinden des Westens und den Gegnern der USA, wobei sie betonte, dass diese Entschlossenheit bei den Gegnern des US-Interesses deutlich geringer erschien.
Melonis Reaktion erfolgte inmitten einer Reihe von Vorfällen, die die politische Beziehung zwischen Italien und den Vereinigten Staaten schwächten. Meloni war 2022 die einzige europäische Staatsführung, die an Trumps Amtseinführung im Januar 2025 teilnahm und galt als potenzieller Brückenbauer. Ihre offene Haltung gegen den Krieg der USA gegen den Iran hatte die Spannungen weiter verschärft. Als Trump Meloni in einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera kritisierte, weil er ihre „Tapferkeit“ für falsch hielt, reagierte die italienische Seite mit Unterstützung.
Der italienische Präsident Sergio Mattarella rief Meloni unmittelbar an, um ihr seine Unterstützung anzubieten, und Politiker aus allen politischen Spektren traten zu ihrer Verteidigung. Senator Filippo Sensi und Giuseppe Conte betonten, dass Italien keine solche Demütigung verdient habe und dass das Nachjagen von Gunst Washington niemals auf Kosten der nationalen Würde gehen dürfe. Innerhalb ihrer eigenen Partei, den „Brüdern Italiens“, merkte der Gruppenleiter Lucio Malan an, dass Trumps Worte Teil eines breiteren Musters von Angriffen waren, die nicht nur Trumps eigenes Ansehen, sondern auch die Autorität des US-Präsidenten Schaden zufügten.