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Menschenschmuggler verhaftet nach BBC-Untersuchung

Hochrangiger Akteur in kurdischer Organisation fesselte

Ein hochrangiger Menschenschmuggler wurde nach einer Untersuchung der BBC in dem irakischen Kurdistan festgenommen. Der Mann, bekannt unter dem Pseudonym Kardo Ranya, operierte über mehrere Jahre hinweg unter verschiedenen Namen und transportierte mutmaßlich Tausende illegaler Migranten in kleinen Booten über die englische See in die britische Insel. Er wurde auf Verdacht des menschlichen Handels durch Beamte der Regionalsicherheit Kurdistans (KRG) verhaftet und blieb in Untersuchungshaft, während die Ermittlungen fortgesetzt wurden.

Die Entdeckung der wahren Identität des Schmugglerers erfolgte durch die BBC-Journalisten Sue Mitchell und Rob Lawrie. Die Verfolgung des Täters wurde in einem Radio-Podcast thematisiert. Auf die Anschuldigungen der BBC reagierte Jaf jedoch abweisend. Er bestritt die Rolle des Schmugglerers und erklärte, er habe lediglich Menschen angeleitet, wie sie das irakische Land verlassen konnten, und er glaubte nicht, eine Straftat begangen zu haben.

Jaf galt als zentraler Akteur in einem Netzwerk, das die Mehrheit der illegalen Überfahrten über die englische See in den letzten Jahren kontrollierte. Die kurdische Abgeordnete Dr. Muthana Nader betonte, dass sie glaubte, 70 Prozent der illegalen Migration nach Großbritannien aus dieser Stadt kontrolliert wurden. Jaf beworb seine Dienstleistungen über soziale Medien und bot eine Menschenschmuggler-Dienstleistung an, die die Strecke von Afghanistan bis nach Großbritannien abdeckte. Seine Werbung enthielt glamouröse Bilder von London und Zeugnisse von scheinbar zufriedenen Kunden.

Er bot verschiedene Routen und Transportmittel an, abhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Migranten. Jaf nannte beispielsweise einen Preis von 160.000 Pfund für eine „VIP“-Flugservice, um eine ganze Familie nach Manchester zu bringen. Gleichzeitig berichteten jedoch auch weniger wohlhabende Passagiere von gefährlichen Überfüllungen auf Booten in der Nacht, auf denen sie auf eigene Faust die Englandschsee überquerten.

Die nationale Kriminalagentur des Vereinigten Königreichs gab bekannt, dass ein mutmaßlicher Menschenschmuggler am 13. Mai verhaftet worden war, ohne Jaf namentlich zu nennen. Der Direktor der operativen Abteilung der Kriminalagentur bezeichnete den Fall als eine „potenziell sehr bedeutende Verhaftung einer Person, die aufgrund ihrer Verbindungen zum Menschenschmuggel von zahlreichen Strafverfolgungsbehörden aktiv untersucht wurde“. Die Behörde betonte, dass solche Akteure nicht außerhalb ihrer Reichweite lagen.

Die kleinen Booten bildeten seit 2020 die gängigste Methode für Menschen, illegal in das Vereinigte Königreich einzureisen. Fast alle Ankommenden beanspruchten Asyl, da sie sich in ihrem Heimatland wegen Verfolgung oder Gewalt nicht sicher fühlten. Die meisten Reisenden, die die See überquerten, waren unter 40 Jahren, wobei Männer und Jungen fast neun von zehn kleinen Boot-Ankünften zwischen 2018 und 2025 ausmachten.

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