Friedrich Merz, der deutsche Bundeskanzler, äußerte sich kritisch über die Vereinigten Staaten. Er sagte, er würde seinen Kindern nicht raten, in den Vereinigten Staaten zu studieren oder dort zu arbeiten, da das aktuelle gesellschaftliche Umfeld dort eine erhebliche Veränderung durchlaufen hatte. In einer Rede vor einer Versammlung junger Katholiken in Würzburg betonte der konservative Führer, der oft als Transatlantiker wahrgenommen wurde, dass er die Vereinigten Staaten nicht länger als Land der Gelegenheit ansah. Er erklärte, dass seine Bewunderung für Amerika nicht wuchs, da das schnell wandelnde gesellschaftliche Klima in dem stark polarisierten Land eine solche Entwicklung erzwang. Der siebzigjährige Vater von drei Kindern hob weiter hervor, dass selbst die bestgebildeten Menschen in Amerika Schwierigkeiten hatten, eine Anstellung zu finden.
Merz rief die Deutschen dazu auf, nicht in einen „Katastrophenmodus“ bezüglich des globalen Zustands zu verfallen, und ermutigte sie, optimistischer über das Potenzial ihrer Heimat zu denken. Er vertrat die Überzeugung, dass wenige Länder auf der Welt solch große Möglichkeiten, insbesondere für junge Menschen, boten wie Deutschland. Diese Äußerungen über die Vereinigten Staaten lösten sofort eine heftige Reaktion auf Seiten von Donald Trump aus. Richard Grenell, ein langjähriger republikanischer Außenpolitikberater, kommentierte Merz’ Aussagen und bezeichnete ihn als einen „komplett weichen und schmeichelhaften“ Führer, während Merz Trump im Weißen Haus traf. Grenell behauptete, Merz besitze keine Strategie und sei vollständig von der deutschen „woken“ Medienwelt kontrolliert.
Auch die deutsche Rechtspopulistenführerin Alice Weidel kommentierte die Äußerungen des Kanzlers. Sie schrieb in sozialen Medien, dass Merz gegen die Reise in die Vereinigten Staaten wegen des „politischen Klimas“ warnte. Sie stellte ironisch fest, dass es ein Kanzler sei, der sein eigenes Land absichtlich in soziale und wirtschaftliche Ruine führte, nun aber in Warnung zeigte. Sie betonte, dass dies nicht im Interesse Deutschlands liege.
Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren europäischen Verbündeten wurden durch Streitigkeiten über den Handel und die militärische Hilfe für die Ukraine weiter angeheizt und stellten die NATO-Allianz auf die Probe. Merz äußerte zudem die Sorge, dass die militärischen Maßnahmen der Vereinigten Staaten und Israel im Iran sowie die Folge der Schließung des Hormus-Jalvus ein erheblicher Schaden für europäische Interessen darstellten. Letzten Monat äußerte er auch scharfe Kommentare über die „Demütigung“ der Amerikaner durch die iranische Führung im aktuellen Konflikt, was Trump verärgerte.
Trotz dieser Kontroversen versicherte Merz, dass er die Zusammenarbeit in der Transatlantischen Beziehung nicht aufgab. Er teilte mit, dass er mit Trump telefoniert hatte, als der US-Präsident aus China zurückkehrte, und dass sie Iran, die Ukraine und den bevorstehenden NATO-Gipfel in Ankara besprachen. Merz betonte abschließend, dass die Vereinigten Staaten und Deutschland starke Partner in einer starken NATO blieben.