Ein mexikanischer Influencer, César Gastélum, wurde bei einem Livestream auf TikTok erschossen. Die Tat ereignete sich am Dienstagabend in Tres Ríos, in der nördlichen Stadt Culiacán. Gastélum filmte mit zwei Freunden vor einem Schnellrestaurant, als zwei Männer auf einem Motorrad auf ihn zusahen und ihn aus kurzer Distanz erschossen. Der Opfer verfügte über mehr als eine halbe Million Anhänger auf der Plattform und veröffentlichte hauptsächlich Comedy-Videos.
Es war nicht der erste Fall, dass ein Social-Media-Influencer in Mexiko getötet wurde. Im vergangenen Jahr wurde die 23-jährige Valeria Márquez bei einem Beauty-Salon erschossen, während sie auf TikTok live war. Bei Gastélum und seinen Freunden trugen helle orangefarbene Mäntel und Taschen, die typischerweise von Lieferfahrern verwendet wurden. Lokale Medien vermuteten zunächst, dass die Kleidung auf einen Lieferfahrer hindeutete, doch die Behörden erkannten später die Identität des Opfers.
Die Polizei und forensische Sachverständige sicherten den Tatort ab und untersuchten die Geschosskapseln sowie die Überwachungsaufnahmen. Bisher wurden keine Verhaftungen ausgesprochen, und die beiden Personen auf dem Motorrad flohen aus der Szene. Es blieb unklar, ob Gastélum Bedrohungen erhalten hatte.
Die Gewalt in der Region Sinaloa, deren Hauptstadt Culiacán ist, eskalierte seit dem Konflikt zwischen den beiden Kartellfraktionen Los Chapitos und La Mayiza im September 2024. Der Tod von Leobardo Aispuro im Dezember 2024, dessen Ermordung möglicherweise mit dem Rivalitätskonflikt zwischen diesen Fraktionen in Verbindung stand, verstärkte die Spannungen. Die Ermittlungen konzentrierten sich nun auf die Analyse der Beweismittel, um den Zusammenhang zwischen der Tötung des Influencers und den laufenden Gewaltkonflikten zu klären.