Die britische Nachrichtendienststelle MI6 erreichte bei einer unabhängigen Bewertung den Spitzenplatz unter den ausländischen Geheimdiensten Europas. Die Peer Review stellte fest, dass MI6 die mächtigste ausländische Sicherheitsbehörde in Europa darstellte, vor Frankreich und den Niederlanden. Die britische Agentur erzielte 251 Punkte in der Recherche und erhielt Anerkennung für ihre Expertise bei der Rekrutierung hochrangiger Informanten sowie bei der Durchdringung der politischen Eliten in Russland, China, Iran und der Türkei.
Die französische Generaldirektion für äußere Sicherheit (DGSE) belegte mit 169 Punkten den zweiten Rang hinsichtlich ihrer globalen Reichweite und operativen Fähigkeiten. Die Niederlande, die Ukraine und Deutschland gehörten zu den fünf besten Diensten, während der Dienst in der Slowakei als am wenigsten leistungsfähig bewertet wurde. Die Bewertung erfolgte durch sechzig Fachleute aus fünfundzwanzig Ländern, die die Dienste der westlich verbündeten Staaten beurteilten.
Großes Augenmerk lag auf der Fähigkeit der britischen Dienste, langfristige Strategien zu verfolgen. Ein ehemaliger Leiter der CIA, Ralph Goff, betonte, dass Großbritannien bei der Angelegenheit der Ukraine führend war und die britischen Dienste in dieser Hinsicht vorangehen. Robert Gorelick, ein ehemaliger Stationsleiter der CIA, erklärte, dass das Vereinigte Königreich die stärksten Geheimdienste Europas besaß und MI6 außergewöhnlich sei.
Blaise Metreweli wurde im vergangenen Jahr zur ersten Frau, die die Leitung der MI6 übernahm, und setzte damit eine neue historische Marke. Ein ehemaliger Leiter der DGSE bemerkte, dass die Briten die Fähigkeit besaßen, über einen Zehnjahreshorizont hinweg Quellen zu investieren, ähnlich den russischen Methoden, und eine Affinität zu unkonventionellen Taktiken zeigten.
Die DGSE genoss ebenfalls hohe Anerkennung, insbesondere im Bereich der Terrorismusbekämpfung. Der Dienst war bekannt für seine geheimen Operationen zur Eliminierung von Personen, die als Bedrohung für die französische Sicherheit galten. Der ehemalige französische Präsident François Hollande sprach öffentlich über die Anordnung von mindestens vierzig Operationen zur Ermordung von „hochrangigen“ Zielen im Nahen Osten und Afrika.
Ein polnischer Geheimdienstbeamter hob die einzigartige Reichweite der DGSE hervor. Er erklärte, dass dieser Dienst die einzige Behörde auf dem kontinentalen Europa sei, die eine nahezu globale Reichweite besaß. Diese Behörde kombinierte technische Datenerfassung, menschliche Geheimdienstinformationen und operative Handlungsfähigkeiten.