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Wirtschaft

Ministerin wird wegen wissenschaftlich ungenauer Behauptungen kritisiert

Annahmen zur Erdmagnetfeldverschiebung basierten auf Wasserressourcen

Ein Minister des Northern Territory wurde wegen wissenschaftlich ungenauer Behauptungen kritisiert, die die Nutzung von Grundwasser zur Verhinderung einer Verschiebung der Erdmagnetpole postulierten. Die Behauptungen wurden im Rahmen einer Diskussion über die strategische Entwicklung des Territoriums als globaler Datencenter-Standort geäußert. Die Ministerin für Handel und Wirtschaft, Robyn Cahill, argumentierte, dass das Wasser für Datencenter bereits vorhanden sei und dass die unterirdische Wasserversorgung des Northern Territory außergewöhnlich sei. Sie äußerte die Ansicht, dass das Wasser des Territoriums bei einer starken Regenzeit die Achse der Erde beeinflussen könne, weshalb zur Verhinderung einer erneuten Polverschiebung dessen Nutzung notwendig werde.

Der Direktor des Umweltzentrums Northern Territory, Kirsty Howey, bezeichnete diese Aussage als wissenschaftlich unhaltbar. Er erklärte, dass die Ministerin annahm, die Regenzeit des Northern Territory könne die Erdachse verändern, was keinerlei wissenschaftliche Grundlage besitze. Howey betonte die mangelnde wissenschaftliche Kenntnis bei den Verantwortlichen für gefährliche Industrien wie das Fracking und Datencenter. Ein Experte der Grundwasserhydrologie von der Charles Darwin University, Dr. Dylan Irvine, stellte klar, dass keine Gefahr für eine Polverschiebung bestand. Er betonte, dass die Verschiebung der Pole durch Prozesse in der Tiefen der Erde und im Erdinneren verursacht werde, nicht durch Grundwassersysteme.

Die jüngste bedeutende geomagnetische Umkehrung der Erde, bekannt als die Brunhes-Matuyama-Umkehrung, ereignete sich vor etwa 780.000 Jahren. Wissenschaftliche Analysen zeigten, dass solche Umkehrungen durchschnittlich sieben Tausend Jahre dauerten. Eine temporäre Verschiebung der Pole, die als „Exkursion“ klassifiziert wurde, ereignete sich vor 42.000 Jahren und dauerte etwa tausend Jahre. Irvine erklärte, dass diese Phänomene durch Prozesse in der Tiefen der Erde bedingt seien und nicht durch Grundwasser.

Dennoch warnten Experten vor den Auswirkungen massiver Datencenterprojekte auf bereits angespanntes Wasser. Insbesondere in wärmeren Klimazonen benötigten solche Zentren mehr Energie oder Wasser zur Kühlung. Das Umweltzentrum forderte ein öffentliches Verbot des Frackings und der Datencenter, um deren Auswirkungen auf das Klima und die Wasserversorgung des Northern Territory angemessen zu prüfen. Es wurde betont, dass die wertvollen Grundwasserleiter nicht für künstliche Intelligenz geleert werden durften. Die Regierung hingegen versprach, dass viele Entwickler Interesse an der Region zeigten und ein großes Projekt mit einem integrierten KI-Datencenter und einer gasbetriebenen Stromerzeugung ankündigte.

Northern TerritoryGrundwasserGeomagnetikDatencenterUmwelt

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