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Wirtschaft

Modi forderte indische Bürger auf, Arbeitsplatz zu Hause zu verlegen

Austeritätsmaßnahmen zur Rettung der Devisen angesichts der Energiekrise im Nahen Osten

Der Premierminister Narendra Modi appellierte an die indischen Bürger, das Arbeiten von zu Hause aus wieder aufzunehmen und die Auslandsreisen zu begrenzen. Diese Maßnahme zielte darauf ab, den durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten verursachten Anstieg der globalen Energiepreise zu bewältigen. Modi betonte, dass diese Sparmaßnahmen, die an die Zeiten der Covid-Pandemie erinnerten, den Kraftstoffverbrauch Indiens reduzieren und die Fremdwährung bewahren würden.

Indien importierte neunzig Prozent seines Öls. Die Rohölrechnung stieg seit dem Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Israel gegen den Iran stark an, da der Meerenge Hormus für über zwei Monate und eine halbe Zeit geschlossen blieb. Analysten beschrieben Modis Appell, den er bei einer öffentlichen Veranstaltung in Hyderabad vortrug, als die drastischste Maßnahme bisher. Modi erklärte, dass Patriotismus nicht nur die Bereitschaft zur Selbstaufopferung an der Grenze bedeutete, sondern auch die verantwortungsvolle Erfüllung der Pflichten im Alltag.

Er forderte die Bevölkerung auf, den öffentlichen Nahverkehr, wie die Metro, zu nutzen und zur Kraftstoffeinsparung das Fahrgemeinschaftsfahren zu fördern. Zudem bat er die Landwirte, den Einsatz von Düngemitteln um die Hälfte zu reduzieren. Die Auswirkungen seiner Äußerungen waren bereits am Montag auf den indischen Märkten sichtbar. Analysten sahen in Modis Kommentaren einen Grund dafür, dass der Benchmark-Index Sensex während der Handelszeit unter Angst vor einer anhaltenden wirtschaftlichen Störung um über tausend Punkte fiel.

Die anhaltenden Konflikte und die Unterbrechung der Ölversorgung begannen jedoch, die breitere Wirtschaft zu belasten. Die Folgen zeigten sich in verschiedenen Industrien, wobei Hunderttausende von Arbeitsplätzen in Fabriken gefährdet waren, die Glas-, Kunststoff- und Fliesenprodukte herstellten. Die schwindenden Düngemittelbestände sorgten für Besorgnis hinsichtlich geringerer Ernteerträge und höherer Lebensmittelpreise. Am deutlichsten traf die Situation jedoch auf die indische Währung, die in den letzten Wochen Rekordtiefs erreichte, was die Importkosten erhöhte und den Inflationsdruck verstärkte.

Die Oppositionsparteien kritisierten Modis Äußerungen scharf und warfen der Regierung mangelnde Planung vor. Der Kongressführer Rahul Gandhi bemerkte, dass die Regierung „Verantwortung auf die Menschen abwälzte“ und sich selbst der Rechenschaft entzog. Er bezeichnete Modis Vorschläge als „Beweise für Versagen“ und argumentierte, dass diese nicht als Predigten, sondern als Nachweise von Fehlern dienten.

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