Der erste Besuch des indischen Premierministers Narendra Modi in Australien nach drei Jahren löste in der indischen Diaspora große Erregung aus. Die Reise begann am Mittwochabend und markierte seinen dritten Aufenthalt als Premierminister. Modi kehrte nach Melbourne zurück, wo ein großes Stadionereignis mit über zwanzigtausend Besuchern erwartet wurde. Er traf sich mit seinem australischen Amtskollegen Anthony Albanese im Rahmen des jährlichen Gipfels der Australien-Indien-Führer, der vom 8. bis 10. Juli stattfand.
Vor dem dreitägigen Besuch gab es auch Spannungen. Die australische Bundespolizei erließ eine Warnung an eine junge Person, die angeblich eine Bedrohung gegen den ausländischen Staatschef ausgesprochen hatte. Gleichzeitig versprach eine Organisation gegen Islamophobie, auf die Straße zu gehen und den Besuch Modis zu protestieren. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International drängten die Regierung von Albanese, den Menschenrechtsstand Indiens in den bilateralen Gesprächen zu verbessern. Sie forderten, dass Australien Indien ermutigte, Journalisten und Menschenrechtsanwälten die freie Arbeit zu gestatten und Diskriminierung von religiösen und ethnischen Minderheiten zu bekämpfen.
Das Ereignis am Marvel Stadium diente als Feier der australisch-indischen Erfolgsgeschichte. Ein Sprecher der Australien-Indien-Stiftung, die das kostenlose Ereignis organisierte, erwartete zwischen fünfundzwanzigtausend und dreißigtausend Besucher. Dieser Anlass erlaubte Modi, direkt mit der indischen Gemeinschaft zu sprechen und über die Wirtschaft und die Entwicklungen in Indien zu informieren. Dieser dritte Besuch demonstrierte eine Reifung der bilateralen Beziehungen. Experten betonten, dass große Handelsmöglichkeiten identifiziert wurden, insbesondere in den Bereichen saubere Energie, Bildung und kritische Mineralien.
Die Kritik an Modi, der 2014 gewählt wurde, konzentrierte sich auf diskriminierende Politik, wie beispielsweise ein Bürgerrechtsgesetz, das die Staatsbürgerschaft für Flüchtlinge aus bestimmten Ländern beschleunigte, während muslimische Länder ausgeschlossen blieben. Die Bharatiya Janata Partei förderte die hinduistische Ethno-Nationalismus-Ideologie Hindutva. Die Sicherheitsvorkehrungen für den Besuch des Staatsoberhauptes blieben von der Polizei unklar, die auf „betriebliche Gründe“ verwies. Die AFP gab zudem eine formelle Warnung an eine Person aus, die eine Online-Drohung gegen Modi ausgesprochen hatte.
Insgesamt sah die Beziehung zwischen Australien und Indien als „nie konsequenter“ an, wie Albanese betonte. Der Besuch Modis zeigte die Komplexität der Beziehungen, die sowohl von diplomatischen Erfolgen als auch von anhaltenden gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen geprägt waren.