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Politik

Schießerei in Montreal: Beamter, Zivilist und Täter starben

Motive blieben unklar, Ideologien wurden diskutiert

Eine Schießerei in der kanadischen Stadt Montreal forderte am Montag das Leben eines Polizeibeamten, eines Zivilisten und des mutmaßlichen Täters. Die Tat ereignete sich mittags in Côte-des-Neiges. Der unidentifizierte männliche Verdächtige, der angeblich allein handelte, wurde sofort erschossen und getötet, erklärte der Polizeipräsident der Stadt. Ein weiterer Polizeibeamter erlitt schwere Verletzungen, befand sich jedoch in stabilem Zustand.

Die Attacke entfaltete sich in einem vielfältigen Stadtteil. Zeugen berichteten von einem „Gewehr, das aus einem Fenster ragte“, hörten Schüsse und riefen die Polizei. Ermittler äußerten sich zunächst zur Motivation der Tat nicht. Der Sicherheitsminister von Quebec erklärte, dass die Beweggründe des Einzelnen unklar blieben.

Nach der Attacke sandte die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) eine Warnung an andere Polizeibehörden in Kanada. Berichten zufolge warnte das Bulletin vor einem Dokument, das in Umlauf war und angeblich Bürger dazu anregte, Polizeibeamte zu erschießen. Ein Anwohner berichtete, er habe den Schützen in militärischer Kleidung gesehen, bevor dieser selbst von der Polizei erschossen wurde.

Der Vorfall markierte erstmals in nahezu einem Vierteljahrhundert den Tod eines Polizeibeamten im Dienst in Montreal. Die Polizei nannte den verstorbenen Beamten Mohamed Lamine Benredouane, der seit 2021 Teil der Einsatzkräfte war. Die Abteilung versprach, im Namen von Benredouane bei der Hälfte der Personalstärke Flaggen zu wehen und ihn für seine harte Arbeit und sein Engagement loben.

Der Zivilist, der bei der Attacke getötet wurde, wurde vom Zentrum für Israel und jüdische Angelegenheiten als Michael Moshe Mizrahi identifiziert, „ein beliebter Mitglied der jüdischen Gemeinschaft Montreals“. Die Polizei äußerte sich nicht dazu, ob es sich um einen antisemitischen Angriff handelte. Ein kanadischer Interessenverband bezeichnete Mizrahi als „unschuldiges Opfer der Ereignisse des Tages“.

Ein französischer Rundfunk sprach darüber, dass der Schütze Inspiration aus der frauenfeindlichen „incel“-Bewegung zog. Diese Bewegung umfasste hauptsächlich Online-Gruppen junger Männer, die ihre mangelnde sexuelle Aktivität auf Frauen zurückführten. Die BBC bestätigte die Existenz eines Dokuments im Zusammenhang mit der Attacke nicht. Der Premierminister Kanadas äußerte sich erschrocken über die Tat und betonte, dass seine Gedanken bei den Opfern und den Ersthelfern lagen.

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