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Mord oder Unfall? Rätsel um den Tod des Mango-Tycoons

Nach Verhaftung des Sohnes wurden neue Hinweise auf eine vorsätzliche Beteiligung in die Todesumstände gesucht

Der Tod von Isak Andic, dem Gründer der Mango-Bekleidungsmarke, löste in Spanien ein tiefes Rätsel aus. Isak Andic verstarb im Dezember 2024 im Alter von 71 Jahren nach einem Sturz von etwa 500 Metern von einer Klippe im bergigen Naturpark Montserrat nahe Barcelona. Anfangs betrachteten die Behörden den Vorfall als tragischen Unfall, der einem der reichsten Spanier widerfahren war.

Doch die Situation änderte sich, als der Sohn, Jonathan Andic, verhaftet wurde. Ein Richter entschied, dass es ausreichende Beweise gab, um den Tod von Isak Andic als nicht unfallbedingt anzusehen. Es wurde die aktive und vorsätzliche Beteiligung von Jonathan Andic an dem Tod seines Vaters in Betracht gezogen.

Jonathan Andic, der 45-jährige Sohn, verteidigte seine Unschuld. Er erklärte, er habe den Notruf gewählt und die Leiche zurückgebracht. Er berichtete der Polizei, er sei vor seinem Vater gegangen, als er das Geräusch von rutschenden Felsen hörte und sich umdrehte, um den Fall zu sehen. Dennoch stellten Ermittler innerhalb weniger Wochen erneut Fragen und führten eine dreistündige Befragung durch. Später wurde er im Oktober 2025 formell in Untersuchung gesetzt, nachdem der Fall neu aufgerollt worden war.

Die Erben von Isak Andics Testament veröffentlichten zeitgleich eine Erklärung, die Jonathans Unschuld bekräftigte und argumentierte, dass die öffentliche Debatte das private Leid verstärkt habe. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf mehrere Anschuldigungen bezüglich der Umstände des Todes und des Wanderungsausflugs. Die Sachverständigen vermuteten, dass die Art des Sturzes, den Jonathan beschrieb, an der Unfallstelle unwahrscheinlich gewesen wäre. Zudem passten die Position der Leiche und die erlittenen Verletzungen nicht zu einem zufälligen Absturz.

Die forensische Untersuchung ergab, dass es so aussah, als ob Isak Andic „sich von einer Rutsche hinuntergelassen hätte, mit den Füßen zuerst“. Die Ermittler entdeckten zudem Widersprüche in Jonathans Aussagen bezüglich seiner Position zum Zeitpunkt des Sturzes. Ein weiteres Indiz war das Mobiltelefon des Opfers, welches in der Tasche von Isak Andic gefunden wurde, obwohl Jonathan behauptet hatte, sein Vater habe kurz vor dem Fall Fotos gemacht. Auch drei Besuche Jonathans am Unfallort in den Dezembermonaten wirkten verdächtig und signalisierten eine mögliche Planung der Stelle.

Ermittler untersuchten zudem die breiteren Umstände des Todes und suchten nach einem möglichen Motiv im Zusammenhang mit der Beziehung zwischen Jonathan und seinem Vater sowie im Kontext des Mango-Geschäfts. Es wurde vermutet, dass Jonathan emotionale Manipulationen angewandt habe, um wirtschaftliche Ziele zu erreichen, und dass er Hass und Groll gegen seinen Vater verbalisiert habe. Der Anwalt von Jonathan betonte, dass die Mordtheorie nicht haltbar sei, aber dass die Situation für einen unschuldigen Mann stigmatisierend sei.

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