Die Polizei in Australien veröffentlichte letzte Woche Videoaufnahmen aus einem Verhör mit dem Mann, der den britischen Backpacker Peter Falconio ermordet hatte. Die Aufnahme diente dazu, den Täter dazu zu bringen, den Fundort des Leichnams preiszugeben. Falconio, der im Juli 2001 in der Nähe von Barrow Creek im nördlichen Territorium erschossen wurde, starb auf einer abgelegenen Straße. Der Täter Bradley Murdoch, 67 Jahre alt, starb im vergangenen Jahr im Gefängnis an Krebs, ohne den Ort seiner Überreste zu nennen.
Die Aufnahmen wurden von der Polizei des nördlichen Territoriums vor dem 25-jährigen Jubiläum seines Verschwindens veröffentlicht. Die Behörde erklärte, sie blieben entschlossen, die Ermittlungen bis zum Abschluss zu führen. Im Video hörte man einen Polizeibeamten, der Murdoch bat, über die Möglichkeit nachzudenken, ob Peter Falconio sein Sohn gewesen war und ob jemand etwas über den Fundort des Leichnams wisse.
Murdoch antwortete auf die Frage, ob er etwas wisse, mit deutlicher Verweigerung. Er erklärte, er wisse nichts über den Fundort. Er betonte, dass er diese Aussage seit zwanzig zwei Jahren wiederholte und dass er keine Informationen besaß. Er versuchte, die Ermittler zu stoppen, indem er erklärte, er denke nicht darüber nach, sondern dass er diese Geschichte bereits unzählige Male wiederholt hatte. Er betonte, dass er keine Informationen besaß, die er mitteilen könne.
Vor dem Mord traf Murdoch Falconio, der mit seiner Freundin Joanne Lees unterwegs war. Während des Gerichtsverfahrens im Dezember 2005 hatte Murdoch behauptet, er habe Funken aus dem Wohnmobil Falconios Fahrzeug gesehen. Er erschoss Falconio, als dieser das Fahrzeug inspizierte, und band Lees mit Kabelbindern an. Lees entkam der Verfolgung und versteckte sich für mehrere Stunden im Buschwerk, bevor sie von zwei Männern auf einem Lastwagen gefunden wurde. Murdoch wurde wegen des Mordes verurteilt, obwohl er stets seine Unschuld behauptete und zweimal erfolglos Berufung einlegte.
Eine Untersuchung über den Tod von Murdoch hörte den Mörder, der die Familie des Opfers bat, ihm bei der Suche nach dem Leichnam zu helfen, ablehnen. Eine Sprecherin des nördlichen Territoriums betonte, dass die Gedanken bei der Familie Falconio und Joanne Lees blieben und dass ihre Verluste und Unsicherheiten 25 Jahre später noch spürbar waren. Die Behörden appellierten an alle, die Informationen zur Lage der Überreste von Peter Falconio besaßen, vorzutreten. Sie betonten, dass keine Information zu klein sei, und dass selbst scheinbar unwichtige Details entscheidend für die endgültige Lösung des Falles sein konnten.