Der Abgeordnete Llew O’Brien, Mitglied des Bundeskoalitionsrats in Queensland, veröffentlichte auf sozialen Medien eine Aussage, die auf die Silbermedaille von Lachlan Kennedy bei den Commonwealth Games folgte. O’Brien erklärte, es sei ermutigend zu sehen, dass ein weißer Australier eine Sprintmedaille gewann. Kennedy erzielte in der 100-Meter-Finale eine neue nationale Bestzeit und brach damit den langjährigen australischen Rekord. O’Brien lobte Kennedys Leistung als „absolut herausragend“ und betonte, dass die Zeit von 9,85 Sekunden nicht nur den Rekord von Patrick Johnson übertraf, sondern auch Australien als ernstzunehmende Kraft im Welt-Sprint etablierte.
O’Brien äußerte sich in seinem Beitrag auf Facebook auch zu der Tatsache, dass ein weißer Australier auf diesem Niveau an einem der wichtigsten Sprintwettbewerbe der Welt teilnahm. Er stellte klar, dass seine Beobachtung nicht darauf abzielte, die herausragenden Erfolge schwarzer Athleten zu mindern, die in den letzten Jahren die Spitzenwelt im Sprint dominierten. Er sah es lediglich als Anerkennung, dass Australier aller Herkunft stolz sein konnten, wenn sie jemanden sahen, der ihre eigene Abstammung auf höchstem Niveau repräsentierte.
Der Oppositionsführer Angus Taylor reagierte auf die Kommentare seines Mitglieds und lobte die Leistungen aller australischen Athleten. Er betonte, dass die Herkunft der Sportler keine Rolle spielte. Taylor erklärte, er kümmere sich nicht darum, welche Herkunft die Athleten besaßen, und gratulierte allen Australiern, die für Australien antraten. Er betonte, dass die Freude am Erfolg und am Sieg der Australier stets vorhanden sei.
Die sportlichen Ergebnisse der Spiele zeigten, dass Lachlan Kennedy mit Silber hinter Emmanuel Eseme aus Kamerun und Bronzemann Kayinsola Ajayi aus Nigeria den Final gewann. O’Brien bekräftigte in seinem Beitrag, dass Stolz auf die eigene Herkunft nichts Böses darstellte, solange dies nicht auf Kosten des Respekts für andere ging. Er gratulierte Kennedy und allen Athleten, die Australien in Grün und Gold bei den Commonwealth Games vertreten hatten.
Im politischen Kontext hatte O’Brien bereits eine kontroverse Vergangenheit. Im Jahr 2020 stellte er einen Motion gegen den damaligen Spitzenkandidaten Michael McCormack, um Barnaby Joyce die Führung zu ermöglichen. Dieser Motion scheiterte, und O’Brien trennte sich vorübergehend von der Nationalspartei. Später akzeptierte O’Brien eine Nominierung der Labor-Opposition, um als stellvertretender Sprecher des Parlaments zu dienen. Es gab frühere Spekulationen über Kennedys mögliche Wechsel in die One Nation-Partei, insbesondere angesichts des Aufstiegs von Pauline Hanson.