Die Weltmeisterschafts-Finale zwischen Spanien und Argentinien erlebte eine beispiellose Entwicklung: Für das erste Mal in der Turniergeschichte fand eine Musikshow während der Spielunterbrechung statt. Die Vorstellung umfasste Darbietungen von Künstlern wie Madonna, Shakira, BTS und Justin Bieber. Diese Maßnahme sorgte sofort für Kontroversen in der Sportwelt, da die Show eine Pause von bis zu fünfundzwanzig Minuten einlegte, was im Widerspruch zu den Vorgaben des Internationalen Fußballverbands (IFAB) stand, der den Spielern maximal fünfzehn Minuten Stoppzeit erlaubte.
Die FIFA bezeichnete die Veranstaltung als eine „Meilenstein-Feier an der Schnittstelle von Sport, Musik und globaler Wirkung“. Die Frage stellte sich jedoch, ob eine solche Inszenierung bei der weltweit meistgesehenen sportlichen Veranstaltung eine Vorahnung für ähnliche Events in zukünftigen Stadien darstellte und ob die Fans dies wünschten. Die BBC und die ITV planten, die gesamte Show zu übertragen, wobei Experten die Lücke durch Analysen füllten, während die Bühnenaufbauten errichtet und abgebaut wurden.
In früheren Veranstaltungen, wie dem Club World Cup-Finale im Vorjahr, gab es ebenfalls Live-Musik. Sportjournalisten äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die sportliche Integrität. Ein Kritiker äußerte, dass die Fokussierung auf Unterhaltung die eigentliche sportliche Erfahrung beeinträchtigte. Er betonte, dass die Spielergesundheit fundamental sei und dass die Organisation von Auftritten eine sorgfältige Abwägung erfordere.
Die Industrie hingegen sah die Notwendigkeit der Innovation. Vertreter der Sportbranche argumentierten, dass sie mit anderen Live-Erlebnissen konkurrieren müsse und dass Musik die Atmosphäre eines Finales verstärkte. Man sah darin einen Weg, die Veranstaltung als ein besonderes Ereignis und nicht nur als reines Spiel zu etablieren. Es entstand die Befürchtung, dass solche Musikshows zu einem Bestandteil des nationalen Fußballs werden könnten, was jedoch von anderen Experten als unnötig erachtet wurde.
Die Debatte um die Einführung von Musik bei sportlichen Veranstaltungen spiegelt einen breiteren Wandel wider. Während amerikanische Sportarten wie der Super Bowl bereits Musik in ihrer Pause etablierten, erfolgte die Akzeptanz in Europa und Großbritannien langsamer. Experten befürchteten, dass die Einführung von Musikshows in der Fußballwelt zu einer Verflachung der sportlichen Inhalte führen könnte. Letztlich hing die Akzeptanz davon ab, ob Unterhaltung neue Fans anzog, ohne die Qualität des Fußballs zu mindern.