Jüdische Musiker berichteten vor einer königlichen Kommission über Antisemitismus und soziale Kohäsion von ihrer Erfahrung mit Verleumdungen und Boykott. Deborah Conway und Joshua Moshe erklärten, dass ihre Ansichten zum Zionismus sie zum Ziel der Verleumdung und der Boykotte machten. Sie teilten mit, dass sie in einer WhatsApp-Gruppe für jüdische Kreative und Akademiker waren, deren Inhalte veröffentlicht wurden und deren persönliche Daten öffentlich wurden.
Conway, die in den 1980er Jahren als Sängerin und Songwriterin bekannt wurde, erklärte, dass sie bereits vor der Veröffentlichung der Gruppe auf Kritik stießen, als sie sich öffentlich als Zionistin bezeichnete. Sie beschrieb den Zionismus als zentral für die jüdische Identität und erläuterte den Glauben, dass Juden das Recht auf Existenz in Israel als ihre angestammte Heimat besaßen. Conway betonte, dass Zionismus keinen politischen Rückhalt für die israelische Regierung implizierte, obwohl sie scharfe Online-Angriffe und Proteste bei Veranstaltungen erlebte. Sie äußerte sich vor der Kommission: „Ich denke, die Idee des Anti-Zionismus ist in Wahrheit ein genozidaler Impuls.“
Joshua Moshe berichtete von dem Widerstand, den er wegen seiner zionistischen Haltung erlitt, der völlig unabhängig von seinen tatsächlichen Verbindungen zu Israel war. Er erlebte öffentliche Verurteilungen und wurde von seiner früheren Band verlassen. Darüber hinaus erlitt er eine Welle von Online-Verleumdungen und Boykottungen gegen das gemeinsame Geschäft, das letztlich umziehen musste. Moshe erklärte, dass seine Version des Zionismus besagte, dass Juden ein Zuhause in einem Teil ihrer angestammten Heimat verdient hätten.
Die Kommission eröffnete in der zweiten Woche ihre öffentlichen Anhörungen, um verschiedene Definitionen des Antisemitismus zu untersuchen. Julie Nathan, Forschungsdirektorin des Exekutivrates der australischen Juden, argumentierte, dass die Kritik an Israel nicht inhärent antisemitisch sei, obwohl sie „sehr beleidigend“ sei. Sie stellte jedoch fest, dass Kritik, welche die NS-Deutschland oder anti-jüdische Trope nutzte, als antisemitisch zu betrachten sei. Nathan erklärte, dass nur Israel mit Nazi-Deutschland verglichen werde und dass pro-palästinensische Protestmaterialien nur dann antisemitisch seien, wenn sie gezielt Juden anstrebten, beispielsweise durch Aufkleber an Synagogen.
Tahli Blicblau, die Geschäftsführerin der Dor Foundation, fokussierte ihre Beweisführung auf Universitätsstandorte und Online-Räume. Sie stellte fest, dass der Antisemitismus nicht am 7. Oktober 2023 begann, sondern seit mindestens einem Jahrzehnt durch politische und konspirative Bewegungen sowie soziale Medien ansteige. Was sich am 7. Oktober änderte, war die Geschwindigkeit und das Ausmaß, in dem der Antisemitismus in Australien Fuß fasste und seine Verbreitung erreichte. Die öffentlichen Anhörungen vor Kommissarin Virginia Bell setzten in Sydney fort.