Der deutsche öffentlich-rechtliche Sender ZDF entfernte einen Teil eines Berichts, der behauptete, der Technologie-Milliardär Elon Musk habe zur Jagd nach Migranten in Nordirland aufgerufen. ZDF räumte ein, dass die Formulierung irreführend gewesen sei, während Musk erklärte, dass gegen das ZDF rechtliche Schritte eingeleitet wurden, wegen ihrer „offensichtlichen Lügen“.
Die Kontroverse entzündete sich im Kontext der jüngsten Gewalt in Belfast. Eine brutale Messerattacke in einer Straße führte zu Festnahmen und Unruhen, wobei das Opfer schwer verletzt wurde und sein linkes Auge verlor. Diese Ereignisse zogen internationale Aufmerksamkeit auf sich, insbesondere in Deutschland, wo die Migrationsdebatte bereits hoch aufgeladen war.
Am Freitag, dem 12. Juni, führte ein Moderator eine Sendung des Nachrichtenmagazins ZDFheute Live über die Gewalt in Belfast mit dem Titel „Wie Musk die Proteste befeuert“. In der Einleitung des Berichts entfernte die Moderatorin die Passage, in der behauptet wurde, ein „rassistischer Mob“ habe Migranten gejagt, und dass dieser Aufruf von Elon Musk stammte.
Musk zitierte einen Beitrag, in dem ein bekannter britischer Rechtsextremist Tommy Robinson Protestpläne auf seiner Plattform X teilte und erklärte, dass „nur durch wiederholtes und lautes Protestieren Veränderungen erzielt würden“. Musk kündigte an, rechtliche Maßnahmen gegen das ZDF einzuleiten, indem er ein „Cease and Desist“-Dokument über eine deutsche Anwaltskanzlei forderte.
ZDF bestätigte gegenüber der BBC, dass sie die Passage aus der Einleitung entfernten und eine korrigierende Transparenzmitteilung in den Bericht einfügten. Das Senderhaus erklärte, dass die Formulierung „unpräzise und folglich irreführend“ gewesen sei. Die Korrektur betonte, dass Tommy Robinson zwar Proteste nach der Messerattacke forderte, aber der Beitrag von Elon Musk geteilt worden sei.
Der Technologie-Tycoon, der Tesla und SpaceX besitzt und über 240 Millionen Follower auf X verfügte, sah sich bereits früheren Vorwürfen ausgesetzt, seine weite Reichweite nutze, um Spannungen zu schüren oder Desinformationen zu verbreiten. Während Musk die Behauptungen zurückwies, soziale Medien hätten Spannungen angeheizt, argumentierte er, dass es sich um „mörderische Migranten“ handelte, die Unschuldige in ihrer Heimat angriffen. Ein US-basiertes Zentrum für die Bekämpfung digitaler Feindseligkeit stellte fest, dass soziale Medien eine erhebliche Rolle bei der Beifütterung von Gewalt in Belfast spielten und Musk anti-migrantische Narrative verstärkt habe.