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Politik

Muslime Richterin in Indien bedroht: Online-Angriffe richteten sich gegen ihre Religion

Nach Urteil gegen 'Kuh-Vigilanten' sah sich die Richterin mit Hassrede und Todesdrohungen konfrontiert

Eine Richterin in Indien wurde Tage nach ihrem Urteil gegen ‘Kuh-Vigilanten’ zum Ziel von Online-Mobbing und Todesdrohungen. Die zusätzliche Bezirks- und Sitzungsrichterin Tabassum Khan wurde zum Fokus religiöser Feindseligkeit. Sie verurteilte 14 Männer lebenslang für den Mord und die Versuche des Mordes im Zusammenhang mit einem Überfall. Der Tatvorfall ereignete sich im Jahr 2022, als eine Gruppe von sogenannten ‘Gau Rakshaks’ mit Stöcken und Stangen einen Mann während des Transports von Vieh überfiel. Die Männer verübten brutale Angriffe unter dem Vorwurf des Schmuggels von Kühen.

Das Urteil Khan sah als klaren Fall von Mob-Überfall an. Doch das Urteil führte zu einer Welle religiöser Verfolgung. In den Tagen nach der Verurteilung tauchten zahlreiche Videos auf, die Khan, als Muslimin, verhöhnten und bedrohten. Die Videos implizierten, dass sie Khan wegen ihrer Religion angegriffen hätten. Die Angriffe richteten sich somit nicht gegen ihre juristische Argumentation, sondern gegen ihre Identität.

Die Bedrohungen begannen, als Familienmitglieder der Verurteilten öffentlich gegen das Urteil protestierten und versuchten, die Polizei abzuhalten. Es gab eine Online-Kampagne, bei der rechte hinduistische Influencer Khan mit gemeinschaftlichen Beleidigungen und Vergewaltigungsdrohungen konfrontierten. In einem Video wurde eine Gewaltandrohung ausgesprochen, die die Freilassung der Verurteilten innerhalb von zehn Tagen forderte.

Auch Organisationen, die sich als Kuhschutzgruppen bezeichneten, organisierten massive Proteste. Die Gau Raksha Parishad veranstaltete eine Demonstration in Punjab, und später hielt die Rashtriya Bajrang Dal in Uttar Pradesh eine Demonstration, um die Freilassung der ‘Kuh-Schützer’ zu fordern.

Der ehemaliger Oberster Gerichtshofrichter Markandey Katju bemerkte, dass diese Proteste nicht nur das Urteil kritisierten, sondern Khans Autorität als Richterin durch die Reduktion ihrer Identität auf ihre Religion delegitimierten. Er schrieb, dass Khans muslimische Identität die Grundlage für die Frage der Legitimität des Urteils wurde.

Prominente juristische Organisationen, wie die Supreme Court Advocates-on-Record Association, äußerten sich gegen die Bedrohungen und forderten Maßnahmen gegen die Täter. Der Präsident der Supreme Court Bar Association betonte, dass Richter in einer Demokratie ohne Furcht oder Bevorzugung ihre Pflicht erfüllen mussten. Die Polizei registrierte einen Fall und verhaftete zwei Personen, während die Cyber-Einheit die Verbreiter der provokativen Videos verfolgte.

Der Oberste Gerichtshof stellte fest, dass die staatliche und die Justiz mehr tun mussten, um Khans Sicherheit zu gewährleisten. Es wurde betont, dass das Prinzip der gerichtlichen Unabhängigkeit nicht durch Rang oder Religion gebrochen werden durfte. Das Madhya Pradesh Obergericht forderte die zuständigen Behörden auf, Maßnahmen zum Schutz von Khan zu ergreifen und die polizeiliche Schutzmaßnahme fortzusetzen.

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