Die zentrale Ermittlungsbehörde Indiens verhaftete die Schwiegermutter einer indischen Frau, deren Tod zu widersprüchlichen Anschuldigungen von Mord und Selbstmord führte. Die Verhaftung erfolgte im Zusammenhang mit dem Fall von Twisha Sharma, einer 33-jährigen Model und Schauspielerin, die am 12. Mai in Bhopal, Madhya Pradesh, in ihrem Ehewohnsitz gefunden wurde.
Die Familie von Twisha Sharma behauptete, sie habe durch ihren Ehemann, Samarth Singh, und seine Mutter, die pensionierte Richterin Giribala Singh, wegen Forderungen nach Mitgift (Dowry) misshandelt und ermordet. Diese Anschuldigungen wies die Familie jedoch zurück. Sie argumentierten, dass Twisha psychische Erkrankungen hatte und sich selbst das Leben nahm. Zudem bestritten sie die Behauptung, dass die Entscheidung zur Abtreibung der Schwangerschaft von ihr selbst getroffen worden sei.
Die Ermittlungen gegen die Singhs begannen nach Twishas Tod mit der Einreichung eines Falles wegen Dowdynd. Die Zentralstelle für Unruhe (CBI) übernahm die Untersuchung dieser Angelegenheit. Das Madhya Pradesher Obergericht hatte zuvor die einstweilige Haftbefehl gegen Giribala Singh aufgehoben, da das erstinstanzliche Gericht wesentliche Beweise und Zeugenaussagen vernachlässigt hatte.
Die Tragödie von Twisha Sharma brachte das Thema Dowdynd erneut in den Fokus der nationalen Aufmerksamkeit. Jährlich wurden Tausende von Frauen ermordet, weil sie unzureichende Mitgift brachten, obwohl diese Praxis bereits 1961 verboten worden war. Der Fall zog besondere Aufmerksamkeit auf sich, da die Familie eine gewisse gesellschaftliche Stellung besaß, wobei Twisha eine ehemalige Schauspielerin war und ihr Ehemann sowie ihre Schwiegermutter Juristen.
Nach einer zweiten Autopsie wurde Twisha Sharma krematiert. Ihre Familie warf der Polizei eine Verschleierung der ersten Autopsie vor, was die Behörden entschieden zurückwiesen. Samarth Singh, der angeblich nach Twishas Tod verschwunden war, wurde am 22. Mai in Jabalpur von der Polizei festgenommen.