Über ein Jahrzehnt hinweg trug Hannah Leonard zwei Nachnamen. Auf sozialen Medien, in Sportlisten, E-Mails und Restaurantreservierungen nutzte sie Hannah Leonard, wobei sie den Nachnamen ihrer Mutter teilte. Rechtlich und beruflich hingegen besaß sie einen anderen Namen, den sie von ihrem Vater geerbt hatte. Hannah und ihr Vater trennten sich, und sie pflegten seitdem kaum Kontakt. Sie berichtete, dass sie ihren Nachnamen ändern wollte, wurde jedoch durch die Kosten abgewehrt. Die Ehe gab ihr den Anstoß, die Veränderung voll durchzuführen. Hannah erklärte, dass sie sich nicht mit ihrem früheren Nachnamen verbunden fühlte und wünschte, dass ihr Name die Liebe widerspiegelte, die ihr Leben umfasste.
Parallel dazu unternahmen zwei der adoptierten Kinder von Angelina Jolie und Brad Pitt einen wichtigen rechtlichen Schritt, um den Nachnamen ihres Vaters zu streichen. Zahara Marley Jolie-Pitt und Maddox Chivan Jolie-Pitt reichten Dokumente ein, um den Nachnamen ihres Vaters aus ihren Namen zu entfernen. Sie veröffentlichten ihre Absicht zur Namensänderung für vier Wochen in einer lokalen Zeitung. Die Geschwister nutzten bereits den Nachnamen Jolie in verschiedenen Kontexten, und Shiloh hatte ihren Nachnamen 2024 auf Jolie geändert. Die Genehmigung durch einen Richter für die Namensänderung stand jedoch noch aus, bis die Gerichtsverhandlungen im September stattfanden.
Die Entscheidung, den eigenen Namen zu ändern, hatte tiefere psychologische Gründe. Ein Hochschullehrer betonte, dass der Wechsel des Namens ein Zeichen sein konnte, dass Menschen eine Distanz zu etwas aufwiesen, das sie ablehnen wollten. Maggie, die ebenfalls ihren Nachnamen änderte, erklärte, dass sie keine emotionale Verbindung zu dem Namen hatte, den sie von ihrem Vater geerbt hatte, und dass sie sich dadurch ‘mehr wie sich selbst’ fühlte. Sie wünschte sich, Teil der Familie ihrer Mutter zu sein.
Psychologen sahen in solchen Schritten oft einen psychologischen Verteidigungsmechanismus. Menschen, die von Verwandten entfernt waren oder sich von ihnen distanziert hatten, wählten den Namenswechsel als Mittel, um sich von etwas zu trennen, das sie als problematisch oder traumatisch empfanden. Sie mussten keinen Nachnamen mehr wiederholen, der mit schlechten Erinnerungen oder einer Familie verbunden war, zu der sie sich nicht identifizierten. Forscher stellten fest, dass Erwachsene, die sich von Verwandten distanzierten, dies in der Regel mit großer Sorgfalt und Überlegung taten.
Für die Änderung des Namens in England und Wales existierten verschiedene Optionen. Die kostengünstigste Methode war die unregistrierte Urkunde, die eine Person selbst oder über eine private Gesellschaft für eine Gebühr vornehmen konnte. Eine öffentliche Beurkundung mittels einer eingetragenen Urkunde erfolgte vor dem High Court gegen eine Gebühr. Bei Geburten oder Adoptions in Nordirland oder Schottland gab es spezifische Verfahren, die eine Anmeldung bei den zuständigen Aufzeichnungen erforderten. Zudem mussten Personen unter sechzehn Jahren die Zustimmung aller Personen mit elterlicher Verantwortung einholen. Die Aktualisierung aller staatlichen Stellen und Unternehmen, wie des Passamtes oder der Banken, stellte ebenfalls eine notwendige Aufgabe dar.