Nationwide sah sich unter Druck, auf aufkommende Governance-Probleme zu reagieren. Die Sorge galt der Branche der Genossenschaftsbanken, da es Kritik gab, dass Führungskräfte bei der Vergabe von Abstimmungsoptionen und der Zuteilung von Vorstandsplätzen für Mitglieder versagten. Diese Bedenken richteten sich gegen die Art und Weise, wie Führungskräfte mit den Mitgliedern interagierten, die die Genossenschaften letztlich besaßen.
Der Labour-Abgeordnete Navendu Mishra sandte ein formelles Schreiben an den Vorsitzenden von Nationwide, Kevin Parry, und thematisierte die wachsende Unruhe über die Vorgehensweise der Führungskräfte. Mishra wies darauf hin, dass die Beteiligung der Mitglieder an den Entscheidungen der Genossenschaften unzureichend sei. Ein ähnliches Schreiben wurde kürzlich auch an den Finanzminister Rachel Reeves gesandt.
Obwohl die Regierung Labour Reformen vorantrieb, die darauf abzielten, die Größe des Genossenschaftssektors zu verdoppeln, äußerten Kritiker Bedenken, dass einige Genossenschaften, einschließlich Nationwide, ihre demokratischen Werte vernachlässigten. Mishra betonte, dass das exponentielle Wachstum der Banken zwar positiv sei, dies jedoch nicht die demokratische Legitimität ersetze. Er forderte die Einrichtung von Sitzen in den Vorständen für von Mitgliedern nominierten Direktoren, um die direkte Vertretung zu stärken.
Mishra fragte nach der Notwendigkeit, dass Mitglieder, als Eigentümer, eine Stimme in der Vorstandsebene erhielten. Er argumentierte, dass es unbegründet sei, dass die direkte Stimme der Mitglieder im Vorstand eine Ausnahme und nicht die Regel blieb. Zudem kritisierte er die Verwendung von „schnellen Abstimmungsoptionen“ bei den Generalversammlungen, welche die Mitglieder dazu veranlässigten, alle Vorstandsentscheidungen mit einem Klick zu befürworten. Dies könne die Überprüfung der Entscheidungen mindern und den etablierten Akteuren Vorteile verschaffen.
James Sherwin-Smith, ein Nationwide-Mitglied, der für eine Vorstandswahl kandidierte, bat Nationwide formell, die Nutzung der schnellen Abstimmung bei der bevorstehenden Generalversammlung auszusetzen. Die Nationwide-Geschäftsführung erklärte, dass der Vorstand noch keine endgültige Entscheidung zu dieser Angelegenheit getroffen habe. Die Bank verteidigte zudem die Nutzung der schnellen Abstimmung als klar und einfach zu bedienen und wies darauf hin, dass die Online-Generalversammlungen die Teilnahme von Millionen Mitgliedern gefördert hätten. Sie betonten, dass die Abstimmungen über die Vergütung nicht bindend seien, wobei 95 Prozent der abgegebenen Stimmen die Vergütungspolitik unterstützten.