Der Nordatlantikpakt, das Fundament der Verteidigung westlicher Nationen, zeigte sich gestärkt. Dies erklärte der Generalsekretär der NATO, Mark Rutte, bei einem Gipfeltreffen in Ankara. Rutte thematisierte die spaltenden Äußerungen von Donald Trump, der den Unmut darüber zum Ausdruck brachte, dass die NATO sich nicht in seinen Krieg gegen den Iran einmischte. Es wurde deutlich, dass ein deutlicher Graben zwischen den optimistischen Aussagen der NATO-Funktionäre und den manchmal zersplitternden Kommentaren des US-Präsidenten bestand.
Rutte verglich die Situation mit einem familiären Konflikt: „Es ist ein wenig wie in einer Familie, man hat Familien, bei denen man nie streitet, und dann bricht es völlig aus“, erklärte der Politiker. Er betonte gleichzeitig die tiefe Verpflichtung Trumps gegenüber der NATO. Rutte argumentierte, dass die Vereinigten Staaten die europäische Kapazität als Plattform für die Projektion von Macht nutzten, um die Operation Epic Fury gegen den Iran durchzuführen. Er beschrieb, wie tausend Flugzeuge von europäischen Basen aus starteten, um ein Waffenstillstandsregime zu erzwingen.
Die strategische Bedeutung der Allianz wurde durch die Nähe der nordischen Länder zu den nuklearen U-Boot-Basen Russlands an der Kola-Halbinsel verdeutlicht. Rutte stellte klar, dass die NATO eine Frühwarnsystem für Washington fungierte, um den nuklearen U-Booten Russlands nicht an die Küsten der Vereinigten Staaten zu bringen. Er betonte, dass die Allianz diese Schutzfunktion kollektiv erfüllte, da die Mitgliedstaaten voneinander abhängig seien und sich gegenseitig bedürftig seien.
Der Gipfel diente primär dazu, die Zusagen der europäischen Regierungen bezüglich zusätzlicher Verteidigungsmittel in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Rutte zeigte sich zufrieden mit den erzielten Zuwächsen bei den Verteidigungsausgaben. Er berichtete von einer Erhöhung von einem Viertel einer Billion Dollar durch Kanadier und Europäer innerhalb von zwei Jahren. Er forderte die weitere Steigerung der Verteidigungsindustrie, um die Bedrohung durch Russlands Drohnen und Raketen abzuwehren und die Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten.
Auf die Frage nach der Bereitschaft der NATO für einen möglichen Landzugriff Russlands auf Gebiete wie Estland im Jahr 2030 antwortete Rutte mit fester Entschlossenheit. Er versicherte, dass die Allianz bereit sei und dass sie defensiv agiere. Er betonte, dass die NATO niemals einen Angriff auf ein anderes Land verüben würde, aber jeder Gegner wisse, dass die Allianz bereit sei, sich selbst zu verteidigen.