Zwölf Staaten, darunter das Vereinigte Königreich, planten, über die nächsten zehn Jahre mehr als 37 Milliarden Pfund (etwa 50 Milliarden Dollar) für ein neues Langstreckenraketensystem aufzubringen, um Europa zu schützen. Das Projekt Deep Precision Strike wurde kürzlich von der NATO-Gruppe Nummer 10 vorgestellt und stand zur Diskussion auf dem Gipfel in Ankara. Sir Keir Starmer nahm an diesem Gipfel als Premierminister teil und musste sich möglicherweise Kritik von US-Präsident Donald Trump bezüglich der fehlenden Planung für die Erreichung des Ziels von 3,5 Prozent des BIP für Verteidigungsausgaben bis 2035 ausgesetzt sehen. Die Premierministerin traf sich jedoch mit zahlreichen Staatsführern, um das neue Raketenprogramm zu erörtern.
Das als eines der fortschrittlichsten Waffensysteme der NATO bezeichnete Projekt sollte Ziele in einer Entfernung von fast 200 Meilen (300 Kilometer) mit höchster Präzision treffen und möglicherweise bis zu 1.250 Meilen ausdehnen. Sir Keir erklärte, dass die von Großbritannien geführte Initiative die europäischen Verbündeten zusammenbringen und die NATO für die kommenden Jahre sichern sollte. Dennoch erwartete man, dass das Deep Strike-System erst in den 2030er Jahren betriebsbereit wurde.
Parallel dazu intensivierte sich die Debatte über die Verteidigungsausgaben. Präsident Trump forderte die Mitglieder der Allianz auf, ihre Beiträge zum Verteidigungsbudget in Europa zu erhöhen. Die Mitglieder der NATO einigten sich auf die Verpflichtung, bis 2035 fünf Prozent des BIP für Verteidigung und Sicherheit auszugeben. Das Vereinigte Königreich hatte bereits eine Investition von 300 Milliarden Pfund bis 2030 im Verteidigungsplan zugesagt.
Die Bedrohung durch Russland blieb ein zentrales Thema. Während des Gipfels betonte Sir Keir die Gefahr, die Russland und die NATO darstellten. Die Regierung berichtete, dass die NATO Kampfjets zur Abwehr russischer Flugzeuge über 700 Mal in den alliierte Luftraum entsandt hatte und dass die russische militärische Aktivität nahe britischer Gewässer um 30 Prozent zugenommen hatte. Die Außenministerin Yvette Cooper betonte, dass die Präzisionsraketen die Fähigkeit gaben, hochrangige militärische Ziele zu treffen und somit jeden Aggressor abzuschrecken.
Zusätzlich drängte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf die Verbündeten, Luftverteidigungssysteme zu liefern, um die Ukraine vor eskalierenden russischen Angriffen zu schützen. Die ukrainischen Streitkräfte bewiesen, dass der effektive Einsatz von Langstrecken-Systemen einen verändernden Einfluss auf dem Schlachtfeld hatte und den Feind weit hinter der Frontlinie schwächen konnte. Der Sprecher des Kremls, Dmitri Peskov, erklärte, dass neue Waffen, die die Ukraine von der NATO erhielt, Russland nicht daran hinderten, seine militärischen Ziele in der Ukraine zu verfolgen. Peskov bezeichnete die Aussagen auf dem Gipfel als konfrontativ und betonte, dass eine Lösung des Konflikts durch politische und diplomatische Mittel für Russland vorzuziehen sei.