FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Politik

NDIS-Gesetz verabschiedet: Kontroverse Änderungen im Senat

Labor und Koalition ein Kompromiss: Kritik an den weitreichenden Ermächtigungen bleibt bestehen

Das kontroverse Gesetz zum National Disability Insurance Scheme (NDIS) verabschiedete sich im Senat, nachdem substanzielle Änderungen in einem Abkommen zwischen der Regierungspartei Labor und der Koalition erzielt worden waren. Einige der vorgenommenen Anpassungen lösten scharfe Kritik von den Grünen, dem Senator David Pocock und der Behindertenbewegung aus.

Als Teil von Verhandlungsgesprächen wurden sechsunddreißig Regierungsänderungen in beiden Kammern eingeführt, um das Gesetz in der oberen Kammer am Dienstagabend verabschieden zu können, teilten die Minister des NDIS, Mark Butler und Jenny McAllister, mit. Butler bezeichnete die Gesetzesvorlage als eine verantwortungsvolle Reform, welche die Integrität des Systems schützte und Menschen mit Behinderungen im Zentrum des NDIS hielt.

Ein zentraler Punkt der Anpassungen betraf die Möglichkeit für gefährdete Teilnehmer, die von einer neuen Ministerialbefugnis betroffen waren, zusätzliche Mittel über eine Planvariationsregelung beantragen zu können. Diese Befugnis erlaubte dem Minister, die Finanzierung bestimmter Kategorien für alle Teilnehmer um bis zu neunundneunzig Prozent zu kürzen. McAllister erklärte, dass eine neue Verfahrensweise für Teilnehmer mit hohem Unterstützungsbedarf geschaffen wurde, um kontinuierliche Pflege über einen Rundentwochentag zu gewährleisten und eine Planvariationsanfrage innerhalb von neunzig Tagen nach der Feststellung des Unterstützungsbedarfs zu ermöglichen.

Die weitreichenden Ermächtigungen des Ministers zur schnellen Reduzierung der Finanzmittel für Unterstützungsbereiche wurden von den Grünen und Senator Pocock sowie der Behindertenbewegung heftig kritisiert. Pocock begrüßte zwar die Verbesserungen des Gesetzes, betonte jedoch, dass die weitreichenden Befugnisse zur Kürzung von Sozial- und Teilhabebudgets um die Hälfte ab Oktober die größte „rote Linie“ blieben. Er äußerte seine Unzufriedenheit mit den undifferenzierten Kürzungen und den automatisierten Entscheidungsbefugnissen der NDIA, welche die Gesamtabnahme des Gesetzes erschwerten.

Die Auswirkungen der Änderungen auf Personen mit Behinderungen, die Unterstützungspersonal in die Gemeinschaft benötigen, wurden ebenfalls thematisiert. Kritiker befürchteten, dass die Kürzungen die verfügbaren Unterstützungen reduzten und die Folgen für diese Menschen unvorstellbar wären. Die Regierung schätzte, dass das jährlich 52 Milliarden Dollar hohe Programm ohne Intervention innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt worden wäre. Die vorgenommenen Änderungen im Gesetz sollten demnach den Bundeshaushalt jedoch über vier Jahre um 37,8 Milliarden Dollar entlasten.

Die Regierung äußerte Bedenken, dass die schnell steigenden Kosten die breite Unterstützung für das NDIS in ganz Australien negativ beeinflussen würden. McAllister räumte ein, dass die Kostenentwicklung auf dem Weg sei, es sei jedoch notwendig, sinnvolle Anpassungen an der Funktionsweise des Systems vorzunehmen, um sicherzustellen, dass das NDIS wie beabsichtigt funktionierte.

Zusätzlich sicherten die Koalitionspartei Änderungen, um neue Straf- und zivilrechtliche Sanktionen gegen jene einzuführen, die durch die Nutzung von NDIS-Mitteln Bestechung oder Rückvergütungen anboten. Die Regierungspartei hatte die Verabschiedung der NDIS-Änderungen in dieser Woche fast durch die Ultimatum der Koalition zur Klärung der „Witwensteuer“-Lücke im Steuerrecht verzögert.

NDISAustralienGesetzgebungSozialpolitik

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp