Rettungsdienste versuchten, über 900 vermisste Arbeitskräfte in den unterirdischen Bereichen elf Wasserkraftprojekte Nepals zu erreichen. Die Katastrophenschutzbehörde des Landes berichtete, dass die Suche nach den vermissten Arbeitern durch die verheerenden Sturzfluten erschwert wurde. Die Flut, die durch Eis, Gestein, Schlamm und Trümmer verursacht wurde, erhöhte die Todesrate auf 903, wobei weitere 16 Todesfälle in Tibet gemeldet wurden. Fast 5.000 Personen befanden sich auf beiden Seiten der Grenze in Gefahr.
Die Rettungsbemühungen erlebten erhebliche Komplikationen. Das schwierige Gelände, die anhaltend hohen Flutwasserstände und das unvorhersehbare Wetter behinderten die Einsatzkräfte. Mehr als vierzig Brücken wurden zerstört, weshalb die Retter auf Hubschrauber angewiesen waren. Indien und China lieferten vorgefertigte Fachwerkbrücken, um den Zugang zu den betroffenen Gebieten wiederherzustellen. Der aufgequollene Trishula-Fluss veränderte seinen Verlauf unberechenbar, was die Planung der Rettungsaktionen zusätzlich erschwerte.
Hunderte von Leichen, viele davon unidentifiziert, wurden vom Strom der Flut in die Berge gespült. Nach der DNA-Analyse in den Ebenen der Himalaya-Region wurden viele dieser Körper in flachen Gräbern beigesetzt. Die nepalesischen Behörden konzentrierten sich auf die Suche nach den 933 Personen, die in den Wasserkraftwerken vermisst wurden. Der nepalesische Armee-Sprecher Raja Ram Basnet erklärte, dass eine große Menge Trümmer die Öffnung der Tunnel stark behinderte.
Einige Rettungsaktionen erfolgten erfolgreich. Über das Wochenende wurden 250 Personen aus dem oberen Trishuli-Wasserkraftprojekt gerettet, und Armeeingenieure begannen mit Sprengarbeiten, um weitere 42 vermisste Arbeiter zu suchen. Die Schäden an der Wasserkraftinfrastruktur betrafen etwa 700 Megawatt, was ungefähr zehn Prozent der Stromkapazität des Landes darstellte.
Die Flut wurde von Experten auf Instabilität der Gletscher infolge der langfristigen Auswirkungen der globalen Erwärmung zurückgeführt. Die Rotkreuz-Organisation schätzte, dass über 93.000 Menschen von der Katastrophe betroffen waren, was mit der Klimakrise in Verbindung gebracht wurde. Der Premierminister Balendra Shah betonte, dass die Rettungsbemühungen aufgrund des widrigen Wetters und der anhaltenden Risiken herausfordernd blieben.
Die nepalesischen Behörden baten um keine ausländische Hilfe bei der allgemeinen Suche und Rettung, stützten sich jedoch auf die Expertise ihrer Nachbarn, Indien und China, bei den Tunnelrettungen. Die Rettungsarbeiten wurden mehrmals ausgesetzt, da Bedenken hinsichtlich der Bildung eines Sees an der nepalesisch-chinesischen Grenze auftraten, der nach dem Überlaufen in die nepalesischen Flüsse zu neuen Überschwemmungen führen konnte.