Nepalesische Wasserkraftarbeiter berichteten der BBC über den katastrophalen Moment, als Wasser aus dem Trishuli-Fluss in ihren Tunnel stieß, während die Region letzte Woche von tödlichen Sturzfluten heimgesucht wurde. Der Vorfall begann mit einem plötzlichen, starken Windstoß, der Holzplatten durch die Luft flog und schwere Maschinen aus dem Weg trieb. Der Arbeiter Pemba Dundu Tamang berichtete, er rannte zum Tunneleingang, während das Wasser hinter ihm herjagte. Er verlor bei diesem Ereignis mehrere Familienmitglieder, und die Todesrate in Nepal überschritt tausend nach den verheerenden Überschwemmungen. Offizielle Stellen meldeten, dass etwa viertausend Personen vermisst wurden.
Ein Großteil der vermissten Personen waren Arbeiter wie Tamang, die in einem weiten Netz von Tunneln an Wasserkraftstandorten entlang des Flusses tätig waren. Ingenieure leiteten Rettungsmaßnahmen ein und pumpten Luft in die Tunnel, während die Armee Such- und Rettungsaktionen durchführte. Der Sprecher der nepalesischen Armee bestätigte, dass Soldaten zur Bergung von Leichen und zur Verhinderung der Ausbreitung von Krankheiten eingesetzt wurden.
Tamang berichtete, er rannte etwa zwanzig Minuten, um vor dem gewalttätigen Hochwasser zu fliehen, das ihn bergauf verfolgte. Er erlebte einen Schockzustand und konnte nicht klar denken. Seine Kollegen bestätigten, dass der Windstoß fast ihre Gruppe weggeblasen hatte, als sie sprinteten. Der Verlust der Familie war für Tamang tiefgreifend; sechs seiner Verwandten waren verschwunden, während nur seine Frau, sein Sohn und ein Neffe überlebten. Er äußerte die Empfindung, dass das Leben bedeutungslos geworden war und er sich in einer existentiellen Verzweiflung befand.
Das Wasserkraftprojekt Upper Trishuli 3B war entscheidend für die Stromerzeugung Nepals, da über neunundneunzig Prozent der Elektrizität aus Wasserkraft stammten. Das Werk, das für die Inbetriebnahme im kommenden Jahr vorgesehen war, sollte Wasser aus einem weiter stromaufwärts gelegenen Kraftwerk wiederverwenden, um zusätzliche Energie für das nationale Netz zu erzeugen. Tamang und seine Kollegen arbeiteten an der Konstruktion der großen Tunnelverkleidung, als die Katastrophe eintrat.
Experten wiesen auf frühere Anzeichen für Instabilität hin. Satellitenbilder zeigten, dass die Gletscheroberfläche schneller bewegte, das Schmelzwasser bräunlich wurde und ein Riss in dem umgebenden Gestein entstand. Diese Zeichen deuteten auf eine zunehmende Instabilität der Berghänge hin. Obwohl die Lawine selbst zu schnell für konventionelle Warnungen war, argumentierten Wissenschaftler, dass ein umfassendes Warnsystem flussabwärts eine erhebliche Anzahl von Leben gerettet hätte. Aktuell setzten Spezialisten aus China, Indien und Nepal schwere Maschinen ein, um Trümmer aus den Wasserkraftprojekten zu beseitigen und nach noch gefangenen Arbeitern zu suchen.