Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu lehnte den neuen Plan zur Entwaffnung der Hamas im Gazastreifen kategorisch ab. Diese Ablehnung, die auf einem umfassenden Fahrplan basierte, stellte jedoch nicht das letzte Wort dar. Es gab Berichte, dass die Vereinigten Staaten von den unmittelbaren Reaktionen des Premierministers wenig betroffen waren und die Äußerungen als parteipolitische Rhetorik vor den bevorstehenden allgemeinen Wahlen betrachteten.
Ein israelischer Journalist zitierte einen hochrangigen amerikanischen Beamten, der erklärte, dass die Vereinigten Staaten keine Probleme mit Netanjahus Positionen hätten, solange dieser die geforderten Maßnahmen zur Eindämmung von Angriffen in Gaza fortsetzte. Diese Entwicklung erfolgte inmitten einer scheinbaren Pause bei den israelischen Angriffen auf Gaza, die die Hamas bei der Unterzeichnung des von den Vereinigten Staaten unterstützten Planes akzeptiert hatte.
Der Plan sah eine schrittweise Entwaffnung der Hamas und anderer palästinensischer bewaffneter Gruppen vor, wobei Waffen durch eine neue palästinensische Verwaltung in Gaza dekommissioniert und gelagert wurden. Hamas-Vertreter bestätigten die Annahme dieses Rahmens, wobei sie diese an die gegenseitige Einhaltung durch Israel knüpften. Diese Vereinbarung wurde von der britischen Regierung und der Europäischen Union als ein entscheidender Schritt im Konflikt gefeiert.
Innerhalb Israels gab es jedoch erhebliche Zweifel an der Durchsetzbarkeit der Zusagen. Ein Rechtsextremist äußerte, dass der Deal unakzeptabel sei, und Mainstream-Oppositionspolitischer äußerten Bedenken hinsichtlich der Entwaffnung aller Kleinwaffen und der Reihenfolge der Maßnahmen. Netanjahu selbst erklärte, dass Israel das 15-Punkte-Dokument nicht akzeptiere, und betonte, dass die israelische Verteidigungskraft keine Rückzüge vornehmen würde, bevor die Hamas vollständig entmilitarisiert gewesen sei.
Die Situation des Premierministers war durch die bevorstehende Wahl im Oktober belastet. Er sah sich einem schwierigen Rennen gegenüber, da er seit dem Angriff vom 7. Oktober keine absolute Niederlage gegen die Hamas besiegen konnte. Währenddessen versuchten die Vermittler, die den Plan vorantrieben, die israelische Öffentlichkeit durch die Betonung der Verifizierung zu beruhigen. Der Hohe Kommissar für Gaza betonte, dass die Grundlage des Plans nicht auf Vertrauen, sondern auf der Verifizierung beruhte.
Die Hamas signalisierte seitens der Organisation, dass sie ihrem Engagement für den Fahrplan weiterhin verpflichtet blieb und forderte die Vermittler auf, Israel zur Einhaltung der vereinbarten Bedingungen zu drängen. Gleichzeitig erhöhte der Druck aus Washington, insbesondere angesichts der bevorstehenden Wahlen in den Vereinigten Staaten, auf die israelische Führung, die eine außenpolitische Errungenschaft in der Region benötigte.