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Netanjahus Forderte IDF auf 70 Prozent Kontrolle über Gaza

Verstärkte israelische Kontrolle kollidierte mit Waffenstillstandsvereinbarungen

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu verkündete, er habe die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) angewiesen, die Kontrolle über den Gazastreifen auf 70 Prozent zu erhöhen. Er erklärte, Israel habe die Hamas unter Druck gesetzt und die Kontrolle bereits auf 60 Prozent des Territoriums erlangt. Netanjahu gab an, die Steigerung sei schrittweise erfolgen zu lassen, wobei zunächst 70 Prozent angestrebt würden. Diese Maßnahme stand im Widerspruch zu den Bedingungen des Waffenstillstands, den Israel und die Hamas im Oktober 2025 vereinbart hatten.

Netanjahus Äußerungen erfolgten inmitten anhaltender israelischer Angriffe auf Gaza, obwohl ein Waffenstillstand galt. Laut dem Gesundheitsministerium der Hamas wurden seit Inkrafttreten des Waffenstillstands im Oktober mindestens 738 Palästinenser getötet. Die Vereinten Nationen betrachteten diese Zahlen als zuverlässig. Netanjahu bestätigte zudem, dass die IDF mehr als 60 Prozent des Streifens kontrollierte, was eine deutliche Steigerung gegenüber den 53 Prozent darstellte, die im Oktober vereinbart worden waren. Gemäß der Waffenstillstandsvereinbarung zog die IDF auf eine Demarkationslinie, bekannt als die „gelbe Linie“, zurück.

Die nächsten Schritte des zwanzigpunkten Friedensvorschlags sahen die Entwaffnung der Hamas und den Rückzug der israelischen Truppen vor. Allerdings stagnierten die indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen bewaffneten Gruppe. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor öffentlich versprochen, alle Verantwortlichen für das Massaker vom 7. Oktober zu eliminieren. Er versicherte, dass die Hamas weder zivil noch militärisch Gaza regieren könne.

Zusätzlich verteidigten die Rechtsextremen, darunter der Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir und der Finanzminister Bezalel Smotrich, die sogenannte „freiwillige Emigration“ der Palästinenser aus Gaza. Diese Maßnahme konnte als erzwungene Vertreibung von Zivilisten und somit als Kriegsverbrechen gewertet werden. Die jüngsten Angriffe in Gaza zeigten die anhaltende Gewalt. Am Mittwoch wurden in Gaza City zehn Personen, darunter fünf Kinder, bei einem israelischen Schlag gegen ein Gebäude getötet. Die israelische Armee veröffentlichte eine kurze Erklärung, die zwei zentrale Hamas-Terroristen im nördlichen Gaza-Streifen als Ziel nannte.

Weitere Angriffe zielten auf Schlüsselpersonen der Hamas ab. Ein Schlag gegen einen Wagen in Khan Yunis tötete Ihab Khrizim, den Leiter eines Fondsüberweisungssystems der Hamas, sowie Mohammed al-Habash, einen Einheitskommandanten in der Produktionszentrale der Hamas, der an der Waffenherstellung beteiligt war. Die Hamas führte den Angriff vom 7. Oktober durch, der etwa 1.200 Menschen tötete und 251 Geiseln nahm. Bis zum 12. Mai 2026 starben in Gaza 72.742 Palästinenser und wurden 172.565 verletzt. Von den Toten waren mindestens 21.283 Kinder.

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