Eine neue, populäre Drama-Serie von Netflix erregte nicht nur in Südafrika, sondern auch weltweit Diskussionen über Ehe, Verrat, Rache und die kontroverse Praxis der Polygamie. Die zwanzig-zwei-teilige Serie, die die komplizierte Liebesgeschichte des wohlhabenden Johannesburgers Jonasi Gomora darstellte, thematisierte die Verflechtungen seiner Beziehungen und die toxischen familiären Dynamiken. Die Handlung begann bei der Beerdigung des Tycoons, wo enthüllt wurde, dass seine Witwe Joyce, eine Social-Media-Influencerin, nicht seine einzige Partnerin war. Tatsächlich besaß er zwei weitere Ehefrauen sowie eine Affäre. Die Serie legte Geheimnisse frei und spannte sich über fünf Jahre hinweg aus, um die komplexen Beziehungen darzustellen.
Die Veröffentlichung der Serie am 12. Juni führte dazu, dass sie innerhalb weniger Stunden die Trendlisten dominierte. Die Reaktionen auf die kontroversen Wendungen füllten die sozialen Medien. Einige Nutzer teilten Memes und ihre persönlichen Erfahrungen bezüglich Polygamie und untreuerischer Ehen. Die Popularität der Serie manifestierte sich auch in lokalen Phänomenen; in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, wurden Minibus-Taxis mit Jonasis Gesicht oder Namen dekoriert, was die Debatte über sein Verhalten verstärkte. Sogar der nigerianische Afrobeats-Star Davido twitterte mit der Bemerkung: „Yo JONASI war wild“, und Hollywood-Stars beteiligten sich ebenfalls an der Diskussion.
Die Produktion basierte auf einem Roman von der zimbabweischen Autorin Sue Nyathi und wurde von Netflix in Zusammenarbeit mit der südafrikanischen Produktionsfirma Stained Glass TV adaptiert. Zu den Produzenten gehörten zwei Töchter von Jacob Zuma, dem ehemaligen Präsidenten Südafrikas und einem stolzen Polygamisten, der von seinen Unterstützern für die Wahrung seiner kulturellen und traditionellen Zulu-Überzeugungen sehr respektiert wurde. Die Produzentin erklärte, dass die Szenen aus ihrem eigenen Leben entlehnt seien, da sie selbst aus einer polygamistischen Familie stammte. Sie betonte, dass diese persönliche Erfahrung die Erzählung beeinflusst hatte.
Die Rezeption der Serie war auf dem gesamten Kontinent bemerkenswert. Sie wurde die meistgesehene Sendung von Netflix in Südafrika und Kenia und erreichte innerhalb der ersten Woche die Top-10-Liste für nicht-englische Serien in Nigeria und Mauritius. Die Produzentin äußerte sich überrascht über die emotionale Resonanz der Serie bei Frauen in Beziehungen und Kindern aus bestimmten Familien. Die Figur Jonasi, der Patriarch der Gomora-Familie, stieß dabei auf die stärksten Gefühle. Ein Zuschauer beschrieb Jonasi als „seriellen Schlafer“ und „Opportunisten, die alles taten, um sich selbst zu befriedigen“. Die Handlung beleuchtete zudem soziale Missstände, die in Südafrika normalisiert waren, wie zerbrochene Familien und gesellschaftliche Verwerfungen.
Die Serie thematisierte auch ernste Themen wie sexuell übertragbare Krankheiten, geschlechtsbasierte Gewalt und die Traumata, die afrikanische Familien befielen. Ein kontroverser Handlungsstrang betraf auch das HIV. Obwohl Polygamie in Südafrika und in Kulturen wie Zulu, Xhosa, Ndebele und Venda rechtlich anerkannt war, existierte in der Bevölkerung eine gespaltene Meinung bezüglich der Gefahren pluraler Familien. Kenianischer Beamter Geoffrey Mosiria forderte den Netflix-Sender auf, die Serie in Kenia zu verbieten, da sie der Polygamie ein schlechtes Ansehen verlieh. Er argumentierte, dass Polygamie eine Methode sei, um Liebe zu finden, und dass sie eine Gemeinschaft aufbaue. Kritiker sahen die Serie weniger als Darstellung kultureller Polygamie, sondern als Darstellung des „ausgefallenen Verhaltens dieses Mannes“, den sie als Narzissten betrachteten.