Zwei polnische Staatsbürger, die fast achtzig Jahre im Vereinigten Königreich lebten, erlebten einen tiefen Schock durch neue Grenzbestimmungen. Nachdem sie ihre Heimat verlassen hatten, lehnten sie die Möglichkeit einer Rückkehr nach Großbritannien ab, da ihnen die notwendigen Nachweise für ihren Aufenthalt fehlten. Die Situation führte dazu, dass das Ehepaar Maria Krupa und Czeslaw Krupa in Krakau zurückblieben.
Maria Krupa, 85 Jahre alt, und ihr Mann Czeslaw, 92 Jahre alt, hatten sich im Vereinigten Königreich kennengelernt und dort ihre gemeinsame Zukunft aufgebaut. Sie besaßen sogenannte „Ausländerregistrierungsdokumente“ und reisten als Erwachsene ohne Nachfrage ihres Aufenthaltsstatus. Als sie im Mai nach Polen reisten, um Familienmitglieder zu treffen, verweigerte die Fluggesellschaft Ryanair die Bordkarte. Die Ablehnung erfolgte auf der Grundlage fehlender Beweise für das Recht, im Vereinigten Königreich zu leben, sowie der neuen elektronischen Reisegenehmigung, die für ausländische Touristen erforderlich war.
Maria betonte die erlebte Verwirrung: „Es war ein großer Schock. Wir waren sehr enttäuscht und etwas verärgert, da mein Mann viele Medikamente einnimmt, weil er einen Schlaganfall an der Wirbelsäule erlitt.“ Sie berichtete, dass sie nie erwartet hatten, dass nach fast achtzig Jahren jemand ihnen mitteilen würde, dass sie nicht nach Hause gehen konnten. Die Situation verdeutlichte die prekäre Lage von Immigranten, die auf neue bürokratische Hürden trafen.
Die EU-Regelung zur Erleichterung des Zugangs zum Vereinigten Königreich, die 2019 eingeführt wurde, sollte EU-Bürgern die notwendigen Dokumente für Reisen ermöglichen. Viele der Betroffenen waren ältere Menschen, deren Familienkreis keine Erfahrung mit Migrationsstatus besaß und daher nicht über Themen wie den „Aufenthaltsstatus“ sprachen. Maria reflektierte, dass sie nie über die Beantragung eines britischen Reisepasses nachgedacht hatten, da sie dies nicht als Schwächung ihrer Identität empfanden. Sie glaubte, es sei wichtiger, polnisch zu bleiben.
Die Organisation Settled unterstützte die Krupa-Familie und stellte fest, dass solche Fälle alltäglich seien. Die Organisation appellierte an die Regierung, die Mängel im EU-Regelungsplan zu beheben und sicherzustellen, dass ein Verfahren bereits am Flughafen eingeleitet würde, wenn solche Probleme auftraten. Eine Sprecherin der Home Office erklärte, dass Bürger ermutigt würden, ihren Aufenthaltsstatus vor Reisen zu überprüfen, jedoch betonte, dass Personen in ähnlichen Situationen einen Antrag auf zeitunbegrenzte Erteilung der Aufenthaltserlaubnis stellen sollten, um die notwendigen Dokumente für die Ein- und Ausreise zu erhalten.