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Wissenschaft

Neues Rechtshilfesystem in Neuseeland zur Entlastung von Opfern sexueller Gewalt

NSW richtete einen Rechtsdienst ein, um Überforderung im Justizprozess zu mindern

Shannon Stokes benötigte zwei Jahre und elf Tage, um ihren Ex-Freund erfolgreich wegen sexueller Übergriff und häuslicher Gewalt anzuklagen. Die langwierige Verhandlung hinterließ bei ihr das Gefühl, dass kein Ende in Sicht war. Die Staatsanwaltschaft erzielte bei neun der elf Anklagen Verurteilungen, und der Angeklagte erhielt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Stokes berichtete, dass die Verzweiflung während des gesamten Verfahrens durch den Mangel an angemessener rechtlicher Unterstützung verstärkt wurde. Sie empfand das Rechtssystem als fremd und isolierend. Sie erhielt während der Vorbereitung auf den Prozess Informationsmaterialien, die sich primär auf die formelle Erscheinung im Gericht konzentrierten. Diese Dokumente machten sie das Gefühl, eine Nummer im System zu sein, anstatt eine Person zu sein, die durch Gewalt Opfer geworden war.

Experten betonten, dass diese Erfahrung bei Opfern sexueller Gewalt häufig vorkam. Sarah Rosenberg, Direktorin des Netzwerks „With You We Can“ und Verfechterin der Reform der Gerechtigkeit, forderte seit langem verstärkte Unterstützung für Opfer, die sich im juristischen Bereich bewegten. Sie erklärte, dass diese Personen allein in einem sehr isolierenden und komplexen System navigieren mussten. Sie müsserten quasi über Nacht zu Rechtsexperten werden, um die Dynamik eines Verfahrens zu verstehen, das sie betraf.

Rosenberg stellte fest, dass ein feindliches Justizsystem Opfer oft weiter traumatisierte. Der Prozess, bei dem das Opfer Zeuge wurde, setzte sie einer erneuten Traumatisierung aus. Sie argumentierte, dass die Rolle des Zeugen im Verantwortlichkeitsverfahren die Dynamik von Missbrauch am ehesten nachahmte.

In dieser Hinsicht kündigte die Regierung von New South Wales an, einen Rechtsdienst für Überlebende sexueller Übergriffe einzurichten, der über Legal Aid NSW operierte. Die Erweiterung von 1,74 Millionen Dollar sollte kostenlose Rechtsberatung für eine Reihe von Fällen sexueller Übergriffe bereitstellen. Diese Unterstützung umfasste Ratschläge zum Strafverfahren, zu den Rechten von Überlebenden während polizeilicher Ermittlungen und Verfolgungen sowie bei der Hilfe beim Zugang zu Schadensersatzleistungen.

Robyn Gilbert, eine leitende Rechtsanwältin bei Legal Aid NSW, erklärte, dass der Zweck des Dienstes bestand, den Überlebenden Autonomie und Wahlmöglichkeiten zurückzugeben. Sie sollten besser informiert und eine klarere Vorstellung von ihren Rechten und ihrer Rolle im System erhalten. Gilbert betonte, dass die Berechtigung für den Dienst lediglich die Erfahrung eines sexuellen Übergriffs war. Die Ministerin für die Verhütung häuslicher Gewalt und sexueller Übergriffe, Jodie Harrison, betonte, dass der Zugang zur richtigen Unterstützung zur richtigen Zeit wesentlich war, um sicherzustellen, dass die Betroffenen mit Würde und Respekt im gesamten Justizprozess behandelt wurden.

Ged Kearney, stellvertretender Minister für die Verhütung von Familiengewalt, hörte von vielen Opfern sexueller Gewalt, dass die Suche nach Rechtsberatung nach einem Übergriff während einer bereits sehr belastenden Zeit traumatisch sein konnte. Stokes berichtete, dass sie diese Herausforderungen während ihrer eigenen Verhandlung erlebte, als Fragen abgetan oder wiederholt wurden und sie mehrfach Beweismittel für Schadensersatz einreichen musste. Das Pilotprogramm stellte einen Schritt dar, um das Trauma der Bewältigung eines „wirklich harten Rechtssystems“ anzugehen. Stokes bemerkte, dass die lange Zeitspanne zwischen ihrem Übergriff und dem Gerichtstermin sie mental stärker beeinträchtigt hatte als der Übergriff selbst.

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