Die Konvertierbare stellte einst ein Symbol für Stil, Freiheit und Rebellion dar. In den fünfziger und sechziger Jahren zeigten diese Fahrzeuge den sozialen Status der Besitzer. Hollywood-Darsteller nutzten sie, um eine Ära der Eleganz und des Savoir-faire zu zementieren. Später festigten Filme wie „The Graduate“ die offene Karosserie als Zeichen der Flucht und des Aufruhrs für neue Generationen. Während die Hersteller diese Modelle einst mit Freude produzierten, erlebte das Cabriolet heute einen dramatischen Niedergang.
In den letzten zwei Jahrzehnten fielen die Verkaufszahlen neuer Cabriolets um fast neunzig Prozent. Die Zahlen zeigten einen starken Rückgang, der mit dem Aufstieg von Sport- und Kombi-Fahrzeugen, den sogenannten Sport Utility Vehicles (SUVs), zusammenfiel. Diese großen Fahrzeuge, die oft als Allradfahrzeuge galten, dominierten den europäischen Markt. Letztes Jahr stellten SUVs sechzig Prozent aller Autoverkäufe in Europa dar. Sie boten eine Alternative, die sowohl die gewünschte Präsenz als auch die Praktikabilität der modernen Lebensweise vermittelte.
Automobiljournalisten analysierten, dass die Nachfrage nach offenen Fahrzeugen aufgrund der zunehmenden Anforderungen an die Alltagstauglichkeit gesunken war. Experten erklärten, dass SUVs eine Form von Stil und Image boten, ohne die Einschränkungen eines offenen Fahrzeugs mit sich zu bringen. Sie erfüllten den Wunsch nach mehr Funktionalität, da es schwierig war, Kinder, Haustiere und Ausrüstung in ein Cabriolet zu integrieren. Die Herstellungskosten für Cabriolets blieben hoch, und strenge Sicherheitsvorschriften machten die Produktion zusätzlich aufwendig. Dies führte dazu, dass Hersteller zögerlich wurden, neue Modelle zu bauen, da die Nachfrage nach offenen Fahrzeugen stark zurückging.
Folge war eine Verknappung der verfügbaren Modelle. Nur wenige, spezialisierte Fahrzeuge wie der Mazda MX-5 oder der Mini Convertible blieben als Ausnahme bestehen. Dennoch bewahrten die treuen Anhänger des offenen Fahrers ihre Loyalität. Sie betonten die unvergleichliche Fahrerfahrung und das Gefühl der Freiheit, das nur ein offenes Fahrzeug bieten konnte. Die Frage blieb offen, ob das Cabriolet eine Wiedergeburt erfahren würde. Dies hing von der Senkung der Herstellungskosten ab, insbesondere angesichts der aktuellen Fokussierung der Automobilindustrie auf Elektrofahrzeuge. Chinesische Hersteller, die Fahrzeuge zu deutlich geringeren Kosten herstellten, wurden als potenzielle Akteure gesehen, die den Markt für erschwingliche Modelle eroberten.
Aktuell existierten nur zwei elektrische Cabrio-Modelle auf dem britischen Markt, und eines davon wurde in China produziert. Das MG Cyberster stellte ein elegantes, offenes Zweisitzer-Fahrzeug dar, das auf dem Erbe der britischen Marke MG aufbaute. Es blieb zu sehen, ob dieses Modell lediglich eine nostalgische Erinnerung an die Vergangenheit darstellte oder den Beginn einer neuen Ära des offenen Motorfahrens einläutete.