Der niederländische Premierminister Rob Jetten entschuldigte sich formell für die „hartnäckige“ Behandlung tausender molukesischer Soldaten, die während des Kampfes für die niederländische Kolonialarmee im Rahmen des indonesischen Unabhängigkeitskampfes dienten. Diese Entschuldigung richtete sich gegen die unzureichende Aufnahme und Unterkunft der Soldaten sowie gegen ihre entwürdigende Entlassung.
Etwa 12.500 Männer aus verschiedenen indonesischen Inseln kamen 1951 in die Niederlande, viele ohne Wahlmöglichkeit. Sie erwarteten eine vorübergehende Evakuierung, nachdem Indonesien die Unabhängigkeit erlangt hatte. Stattdessen wurden sie unwillkürlich entlassen, vom Arbeiten und dem Wählen ausgeschlossen und in Einrichtungen wie dem ehemaligen Transitlager Westerbork untergebracht. Eine Republik entstand nie, und einige packten ihre Koffer nie aus.
Auf der Eröffnungszeremonie eines durch Spenden finanzierten nationalen Denkmals in Rotterdam, wo ihr letztes Boot ankam, äußerte Jetten sich aufrichtig. Er bedauerte die „hartnäckige und demütigende Entlassung“ der Soldaten, die mangelhafte Aufnahme und Unterkunft sowie das Gefühl des Verlassenseins und der unerfüllten Sehnsucht nach Heimat. Er betonte, dass diese Entschuldigung notwendig sei, um voranzukommen.
Aktivisten der Nachkommen dieser Familien in den 1970er Jahren, darunter eine Schuleinfangnahme und eine bewaffnete Zugentführung, führten zu einer blutigen Aktion der niederländischen Spezialeinheiten. Obwohl 1986 eine Vereinbarung mit der Regierung über kulturelle Förderungen und Beschäftigungsprogramme geschlossen wurde, wuchs der Druck für eine formelle Anerkennung der erlittenen Ungerechtigkeiten stetig. Jetten hob hervor, dass eine bevorstehende parlamentarische Untersuchung, die die Gemeinschaft von 70.000 Nachkommen einbezog, von entscheidender Bedeutung war.
Kritiker bemängelten, dass die Regierung die Eröffnung des Gemeinschaftsdenkmals faktisch blockiert hatte und dass die Entschuldigung für viele Betroffene zu spät käme. Andere erinnerten an die anhaltende Bitterkeit ihrer Eltern über das gebrochene Versprechen der niederländischen Regierung, ihnen eine Rückkehr zu ermöglichen. Historiker betonten, dass die temporäre Natur des Aufenthalts der Molukker über Generationen hinweg die Integration beeinträchtigte, obwohl die Gemeinschaft ihre Widerstandsfähigkeit bewies. Eine Entschuldigung müsse die paternalistische Haltung der damaligen Regierung adressieren und die fehlende Überlegung für eine Rückkehr berücksichtigen.