Ein pensionierter hochrangiger nigerianischer General und seine Ehefrau wurden in Nordwestnigeria von bewaffneten Männern entführt. Die Armee bestätigte die Entführung. Generalleutnant Rabe Abubakar, der zwischen 2015 und 2017 eine prominente Funktion als militärischer Sprecher innehatte, wurde am Samstag in Katsina in seinem Fahrzeug entführt. Versuche zur Rettung des Paares und zur Verfolgung der Täter liefen nun. Der militärische Sprecher General Michael Onoja teilte der BBC mit, dass die Behörden aktiv wurden.
Diese Entführung unterstrich die fortwährenden Sicherheitsherausforderungen in Teilen Nordwestnigerias. Dort führten kriminelle Bandengruppen, lokal als „Banditen“ bekannt, häufig Entführungen zur Lösegeldforderung sowie Raubtiereien und Angriffe auf ländliche Gemeinschaften durch. Zudem operierten einige militante Jihadisten in der Region. Ein angeblicher militanter Lagerstandort in Sokoto wurde bereits am 25. Dezember des Vorjahres von einem US-Luftangriff ins Visier genommen. Katsina galt als eine der am stärksten von dieser Gewalt betroffenen Staaten.
Die Nachbarstaaten Zamfara und Sokoto erlebten jahrelang ähnliche Gewalt. Versuche einiger Gemeinschaften, mit bewaffneten Gruppen Frieden zu schließen, scheiterten weitgehend daran, eine dauerhafte Stabilität zu erreichen. Die Regierung intensivierte ihre Maßnahmen, um Entführungen einzudämmen, indem sie Schritte einführte, die den Lösegeldforderungen entgegenwirken sollten. Dennoch setzten die Angriffe fort.
Die Armee teilte mit, dass keine Gruppe die Entführung am Samstag veranlasst hatte. Die Streitkräfte warteten weiterhin auf den Kontakt der Entführer mit der Familie. Lokale Berichte berichteten, dass der pensionierte General auf dem Weg zu einer Hochzeit nach Katsina war, als die Männer sein Fahrzeug angriffen. Der Fahrer des Generals entkam den Schüssen, während der ehemalige militärische Sprecher und seine Frau von den Angreifern in ein nahegelegenes Waldgebiet gebracht wurden.
Die Entführung erfolgte nur Tage nach einem weiteren tödlichen Angriff in Katsina. Am Freitag räumten bewaffnete Männer das Dorf Kiliya im Distrikt Dutsinma nieder und töteten mindestens sechzehn Menschen. Die Polizei kommentierte die gemeldeten Tötungen noch nicht. Die Anwohner berichteten, der Angriff geschah kurz nach dem Freitaggebet, als die Menschen zur Feier des Eid al-Adha-Festes zusammenkamen. Sicherheitsbehörden hatten Warnungen vor möglichen Angriffen während der Feierlichkeiten ausgesprochen, was dazu führte, dass einige Landesregierungen Maßnahmen zur Begrenzung großer Versammlungen und zur Stärkung der Sicherheit einführten.