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Politik

Gedenkstätte in Pyongyang: Hinweise auf Opferzahlen der nordkoreanischen Soldaten

Ein neues Denkmal beleuchtet die militärische Kooperation mit Russland im Kontext des Ukraine-Krieges

Eine Untersuchung der BBC basierend auf Satellitenbildern und offiziellen Fotos eines neuen Denkmals in Pyongyang lieferte erste Hinweise auf die Opferzahlen nordkoreanischer Soldaten. Schätzungen zufolge starben rund 2.300 nordkoreanische Soldaten im Rahmen ihrer Beteiligung an den Aktionen gegen die Ukraine. Diese Zahlen stehen im Zusammenhang mit der militärischen Unterstützung, die Nordkorea Russland zur Verfügung stellte.

Die Verlegung von Soldaten nach Russland erfolgte, um dort an der Rückeroberung von Gebieten im Kursk-Gebiet zu helfen, nachdem die Ukraine im August 2024 einen überraschenden Einmarsch in diese Region vollzog. Südkorea schätzte, dass mindestens 11.000 nordkoreanische Soldaten in Russland entsandt wurden, um diese Operation zu unterstützen. Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un hatte zuvor öffentliche Anerkennung für die gefallenen Soldaten ausgesprochen, und es wurde vermutet, dass im Gegenzug Pyongyang materielle und technische Hilfe von Moskau erhielt.

Das neue Denkmal, das im April 2025 enthüllt wurde, soll den „unübertroffenen Mut“ der nordkoreanischen Truppen bei ihrer Entsendung zur „Befreiung der Kursk-Region“ würdigen. Das Denkmal besteht aus zwei Memorialwänden, die mit Namen versehen sind, sowie einem Gebäude und einem Friedhof. Schätzungen zufolge sind auf den Wänden insgesamt über 2.300 Namen eingraviert, wobei die Dichte der Inschriften auf eine hohe Anzahl von Opfern hindeutet.

Die Gedenkstätte verfügt über ein gestuftes System der Erinnerung: Soldaten, die außergewöhnlichen Mut bewiesen hatten, erhielten Grabsteine im Freien, während andere in Urnen innerhalb eines Bestattungsraums geehrt wurden. Experten gehen davon aus, dass die Bestattungsstätte selbst über tausend Lagerplätze für Überreste verfügt. Diese Maßnahme dient dazu, die Opfer zu ehren und die Unterstützung der Bevölkerung zu gewährleisten, was auch die Legitimation der militärischen Entsendungen für Nordkorea stärkt.

Pyongyangs Entscheidung, ein Denkmal für die gefallenen Truppen zu errichten, spiegelt den Wunsch wider, die Entsendungen nach den hohen Verlusten zu rechtfertigen. Dies unterstreicht die Bereitschaft Nord Koreas, die militärische Zusammenarbeit mit Russland fortzusetzen, unabhängig von der Entwicklung des Konflikts. Die staatlichen Medien berichteten zudem über den Bau eines Wohnkomplexes für russische Kriegsveteranen und ihre Angehörigen in derselben Region.

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