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Politik

Nordkoreanische Fußballer reisten nach Südkorea für erste Begegnung in acht Jahren

Besuch diente als Versuch, Barrieren zwischen den Staaten abzubauen

Eine nordkoreanische Frauenfußballmannschaft reiste für ein Halbfinale der AFC Frauen-Champions League nach Südkorea. Dieser Besuch markierte die erste Reise von Athleten aus dem isolierten Staat in die südliche Insel in acht Jahren. Die Delegation bestand aus siebenundzwanzig Spielern und zwölf Mitarbeitern. Sie betraten das Land am Sonntag vor dem Spiel am Mittwoch zwischen Naegohyang FC und der Südkoreanischen Mannschaft Suwon FC Women in Suwon.

Der Besuch wurde gemäß dem interkoreanischen Austauschgesetz genehmigt. Die Aufenthaltsgenehmigung deckte den Aufenthalt der Spieler bis zum nächsten Wochenende ab. Die Mannschaft konnte jedoch früher abreisen, falls sie eliminiert wurde, erklärte das Unifizierungsinministerium in Seoul.

Die öffentliche Aufmerksamkeit zeigte sich stark. Alle sieben tausendachtundachtzig Siegerkarten wurden innerhalb eines Tages an die Öffentlichkeit verkauft, so die Yonhap-Nachrichtenagentur, die den Fußballverband Südkoreas zitierte.

Die politische Lage zwischen den Staaten blieb angespannt. Nordkorea bezeichnete Südkorea in jüngster Zeit als den „feindlichsten Staat“ und schloss die Wiedervereinigung durch den Koreakrieg von 1950 bis 1953 aus. Im Gegensatz dazu rief der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung zu einer Verbesserung der Beziehungen auf.

Ein Sprecher der Regierungspartei der Südkorea erklärte, dass es schwierig sei, durch diesen einmaligen Besuch eine vollständige Entspannung der angespannten Beziehungen zu erwarten. Er versprach jedoch, Bemühungen zu unternehmen, die Tür für den Austausch und den Dialog zu öffnen. Er hoffte, dass der Besuch eine Gelegenheit darstellte, hohe Barrieren zwischen dem Norden und dem Süden niederzureißen.

Die südkoreanische Regierung erklärte, ihre Rolle bei der Veranstaltung beschränkte sich auf logistische Unterstützung, da es sich um einen internationalen Clubwettbewerb handelte. Das Unifizierungsinministerium stellte dreihundert Millionen Won (200.000 US-Dollar) aus einem interkoreanischen Kooperationsfonds zur Unterstützung einer Fan-Gruppe beiseite. Dies diente der Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen den beiden Koreas.

Da das Spiel zwischen Vereinen und nicht zwischen nationalen Mannschaften stattfand, wurden keine Nationalhymnen oder politische Symbole, wie die koreanische Einigungssymbolik, gemäß den Regeln der Asiatischen Fußballkonföderation gezeigt. Die weiße Flagge mit der blauen Silhouette der Halbinsel diente oft als Symbol der Einheit bei internationalen Sportveranstaltungen beider Seiten. Der Unifizierungsinister Chung Dong-young erwog, an dem Spiel teilzunehmen, so koreanische Medien.

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