Norwegen bekräftigt seine Rolle als wichtiger Lieferant von Energie für Europa, indem es die Produktion von Erdgas und Erdöl ausweitert. Der Energieminister Terje Aasland gab bekannt, dass drei Gasfelder an der südlichen Küste des Landes bis Ende 2028 wieder in Betrieb genommen werden. Diese Maßnahme dient dazu, einen durch den Krieg in der Ukraine und Störungen der Lieferketten aus dem Nahen Osten verursachten Engpass auszugleichen. Die Entscheidung soll die Produktion auf dem Niveau von 2025 halten und die Stabilität für das kommende Jahrzehnt gewährleisten.
Die norwegische Offshore-Direktion erwartet darüber hinaus eine signifikante Steigerung der Förderaktivitäten. Das Land verfügt über zahlreiche Offshore-Ölfelder, und die Erwartung ist, innerhalb der nächsten zwei Jahre auf über hundert Förderstätten zu kommen. Die norwegische Energiegesellschaft Equinor beabsichtigt, die tägliche Produktion von Öl auf einem Niveau von 1,2 Millionen Barrel bis 2035 beizubehalten. Um einen Rückgang zu verhindern, investiert das Unternehmen jährlich sechs Milliarden Dollar in neue Projekte und Entwicklungen.
Die Wiederinbetriebnahme der Felder Albuskjell, Vest Ekofisk und Tommeliten Gamma stieß jedoch auf heftige Kritik. Umweltorganisationen und die Sozialistische Linke bezeichneten die Regierungshandlung als Greenwashing und kritisierten, dass die Umweltempfehlungen von Experten ignoriert wurden. Kritiker betonten, dass sensible natürliche Gebiete durch diese Entscheidungen gefährdet seien.
Minister Aasland verteidigte die Politik als notwendige Maßnahme zur Sicherung der europäischen Energieversorgung. Er betonte die Verantwortung Norwegens, als zuverlässiger und langfristiger Lieferant von Öl und Gas zu fungieren. Zudem hob er die Bedeutung der Arbeitsplatzsicherheit für die über einhunderttausend Beschäftigten in der Energiebranche hervor. Die konsistente Besteuerung von Öl- und Gasunternehmen trägt zudem zur Attraktivität für Investoren bei.
Norwegens unkonventioneller Ansatz steht im Gegensatz zu anderen Ländern, wie beispielsweise dem Vereinigten Königreich, das neue Förderlizenzen für Öl und Gas ausschloss. Experten sehen in der Fortsetzung der Offshore-Produktion die Priorität, um die Versorgung Europas zu gewährleisten. Die zukünftige Erforschung des Barentsmeeres bietet zudem neue Möglichkeiten für die Gewinnung von Meeresmineralien.