Die Nova-Ausstellung, die den Massaker vom 7. Oktober und die damit verbundenen Opfer thematisierte, eröffnete in London. Polizeifahrzeuge warteten erwartungsvoll vor dem Eingang, während Sicherheitsleute mit Ohrhörern auf die Ankommenden achteten. Die genaue Lage der Ausstellung in Ost-London wurde erst am Morgen bekannt gegeben, doch es wurden keine Möglichkeiten zur Verspätung geschaffen.
Die Ausstellung diente nicht einer Besuchergruppe oder einer Botschaft eines Konfliktlandes. Sie war eine Gedenkveranstaltung für die 378 Menschen, die auf einem Musikfestival am 7. Oktober getötet wurden, sowie für die 44 Geiseln und die neunzehn Todesfälle, die im Gefangenschaft von Hamas starben. Elkana Bohbot, Mitveranstalter des Musikfestivals 2023 und Überlebender, der 738 Tage als Geiselnhaft in Gaza verbracht hatte, forderte Besucher auf: „Kommen Sie für eine Minute herein. Nicht eine Stunde, sondern nur eine Minute. Kommen Sie hinein. Das war es.“
London wurde damit zur zehnten Stadt, die diese immersive Erinnerung an diesen Teil der schlimmsten Gräueltaten gegen Juden seit dem Holocaust bot. Ein Raum enthielt Schuhe von Flüchtlingen, welche die Erinnerung an die Spektakel und die Kleidung, welche die Verbrechen der Konzentrationslager belegten, weckten. Die Ausstellung in Shoreditch versuchte, das Material zu nutzen, das durch Technicolour, über die Mobiltelefone der Opfer und die Kamerabilder der Protagonisten festgehalten wurde, um jene herauszufordern, die die Schwere der Ereignisse leugneten.
Besucher sahen zunächst ein dreiminütiges Filmstück, in dem Partizipanten über die Freude des Ereignisses und die Schönheit des Sonnenaufgangs sprachen. Dies endete mit Aufnahmen, die den Moment einfingen, als dem DJ auf der Hauptbühne mitgeteilt wurde, dass die Musik aufhören musste. Es folgten dunkle, laute Räume, in denen Gegenstände der Teilnehmer und weitere Beweismittel aus der Tatortszene verteilt waren. Es gab verbrannte Fahrzeuge und durchschossene Toilettenkabinen neben Aufnahmen, welche die Entstehung der Ereignisse dokumentierten. Man hörte die Stimmen von Menschen, die sich unter Büschen versteckten, oder die erzwungen in die erschreckenden Märsche von dutzenden von Kilometern in Sicherheit getrieben wurden.
Ein weiteres Exponat zeigte die Videoüberwachung außerhalb eines Bunkerbereichs nahe dem Festival, wo junge Männer und Frauen für ihr Leben versteckt hatten. Granaten wurden von Terroristen geworfen und schnell von Aner Shapiro, einem britisch-israelischen Bürger und dienstfreien israelischen Soldaten, der lediglich mit Freunden tanzen gekommen war, zurückgeworfen. Seine Eltern konnten dank erster Berichte, Telefonaufnahmen und Videoaufnahmen jeden Moment der letzten dreißig Minuten seines Sohnes rekonstruieren. Shapiro starb nach einem Schuss in den Kopf, nachdem er versucht hatte, seine Kameraden zu leiten. Die Proteste in New York dienten als Manifestation der Notwendigkeit, diese Ausstellung immer wieder und an immer mehr Orten zu präsentieren.